Inhalt:: Der Holzschuhmacher Thibaut wünscht sich nichts sehnlicher, als ein reicher Edelmann zu sein. In einer stürmischen Winternacht rettet er einem großen Wolf das Leben, der vom Wolfjägermeister des Barons de Vez und seinen Schergen gehetzt wurde. Thibaut staunt nicht schlecht, als das gewaltige Tier sich plötzlich in einen Menschen verwandelt und ihm ein verlockendes Angebot macht …
Kritik: Der Graf von Monte Christo, Der Mann mit der eisernen Maske und Die vier Musketiere sind vor Allem die Werke, die den französischen Schriftsteller Alexandre Dumas berühmt machten. Dass er sich neben Abenteuergeschichten auch der schaurigen Literatur zugewandt hat, wird dank des Hörspiels Der Werwolf belegt.
Dabei trägt die Geschichte Züge der Gattung Märchen, der Pakts mit finsteren Mächten zieht schwerwiegende, aber vom Protagonisten so nicht geplante Folgen nach sich. Und begleitet wird die Entwicklung dabei ständig von einem subtilen moralischen Zeigefinger, der zum Schluss die Gestalt des väterlichen Abbé annimmt.
Die Spannung bezieht die Erzählung dabei in erster Linie durch das haltlose Wünschen Thibauts und dessen Folgen: So wünscht sich Thibaut zu Beginn, dass dem ihm verhasste Baron Jean de Vez etwas Schlimmes zustößt, woraufhin der Baron vom Schlag getroffen wird. Um ihren Herrn zu retten, schlachten die Begleiter des Barons daraufhin Thibauts einzigen Besitz, seine Ziege. Das Übel, was Thibaut auf andere projeziert, kehrt letztendlich immer zu ihm zurück. Und raubt ihm sukzessiv alles Menschliche…
Von den aktuell vier veröffentlichten Hörspielen der Serie Grusel Kabinett ist diese Vertonung sicherlich die unterhaltsamste. Vor Allem Thomas Nero Wolff (dt. Synchronstimme von Hugh Jackman liefert als unsympathischer Nimmersatt Thibaut eine tolle Leistung. Die wie immer tadellose Produktion empfiehlt jedem Freund phantastischer Literatur diesen Leckerbissen.