Inhalt: Der junge Amtschreiber Wilhelm liebt des Försters Tochter Käthchen. Die einzige Möglichkeit, den Vater dazu zu bewegen, ihm die Hand der Geliebten zu gewähren, besteht für Wilhelm darin, sich als sein würdiger Nachfolger in der Erbförsterei zu erweisen. Leider ist er alles andere als ein sicherer Schütze. Wilhelm ist jedoch jedes Mittel recht, das kurfürstliche Probeschießen zu bestehen – sogar ein Pakt mit dem Teufel …
Kritik: Nicht nur, dass Titania Medien mit der Serie Grusel Kabinett nach Gabriel Burns beim Hörspiel Award als beste Serie genannt wurden, so holten sie mit der Folge Der Freischütz auch noch den ersten Platz als beste Folge bei den Erwachsenenserien. Und das zu Recht! Denn Der Freischütz von Johann August Apel bietet eine atmosphärisch dichte Mischung aus klassischer Literatur und gepflegtem Grusel. Das eine oder andere Mal musste ich an Goethes Faust denken, doch gottlob brummte mir dabei nicht der Schädel, will mein Hirn doch immer all die fruchtbaren Interpretationsansätze rezitieren.
Autor Johann August Apel war zu meiner Verblüffung Jurist, dabei hätte ich ihn nach dieser Erzählung als Theologe eingestuft. Das Drama steckt voll religiöser Motive, die zu erkennen und zu zählen zum Reiz beitragen. Da kräht z.B. der Hahn zum dritten Mal, wenn Wilhelm die Jägerideale verraten hat. Und der Pakt mit dem Teufel wird auf dem Kreuzweg geschlossen, kurz nachdem der Geist von Wilhelms verstorbener Mutter versuchte, ihren Sohn zu warnen. Und trotz des Paktes erlangt Wilhelm schließlich doch noch Absolution, weil er seine Sünde gebeichtet hat. Manch anderer ist schon für weniger zur Hölle gefahren.
Die Geschichte alleine würde aber noch nicht zum Gelingen des Hörspiels beitragen, auch wenn sie das größte Stück im Kuchen ist. Aber wenn man Zucker mit Salz verwechselt, wandert so ein Backwerk ja schon mal schnell in die Biotonne. Daher haben sich Titania Medien für einen starken Cast entscheiden: Marius Claren als Freischütz Wilhelm, Jochen Schröder als dessen Schwiegervater in spe, Dagmar von Kurmin als Jägersfrau, Luise Helm als Gretchen… äh, Käthchen, Tobias Kluckert als unsympathischer Nebenbuhler Rudolf um nur einige zu nennen. Und natürlich Jürgen Thormann als durchtriebener Stelzfuß. Da die Kulisse und die passende Musik auch wieder vom Feinsten ist, kann man Der Freischütz getrost mit zu den Serienhighlights zählen.
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