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Greyhound Soul: Tonight And Every Night

(Blue Rose/Soulfood)

Autor: schlimm / Wertung: 7,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Greyhound Soul Tonight And Every NightGreyhound Soul sind fast schon in Vergessenheit geraten. In der heutigen schnelllebigen Zeit hat die Band verdammt lange auf ein Lebenszeichen warten lassen. „Live & Dusted Vol. 1“ ist immerhin aus dem Jahre 2003 und „Down“ sogar von 2002. Eine Menge Wasser ist in der Zwischenzeit den Rhein runter geflossen. Trotzdem werden Freunde gepflegter Musik im Stile von Calexico, Giant Sand oder gar Wilco und R.E.M. die Nachricht über eine neue Langrille von Greyhound Soul sicher freudig zur Kenntnis genommen haben.

Aber Vorsicht! Das Kollektiv hat nämlich eine kleine Kurskorrektur vorgenommen, Stillstand gibt es nicht. Das Tempo wurde verlangsamt und bisweilen hört sich „Tonight And Every Night“ wie ein akustisches Singer/Songwriter Werk an. Freilich ist die Elektrizität nicht verschwunden. Schon der Opener steigert sich sehr schön und zum guten Schluss wird die ganze Bandbreite Musikalität aufgefahren. Frontmann Joe Pena krächzt dazu immer wieder die Zeilen „Hey it´s time to come home“ und hört sich dabei fast schon wie Michael Stipe an. „Do What You Do“ schält sich auch eher sehr schleppend und langsam aus den Boxen. Das Hauptaugenmerk liegt wieder auf der geballten Stimmkraft von Pena, der sich hier wie eine Mini-Ausgabe eines Tom Waits anhört. Dass Greyhound Soul auch noch schnellere Tempi beherrschen stellen sie dann ausgerechnet mit dem countryesken „Layin´ Down Lost“ unter Beweis. Irgendwo eine stimmige Mischung zwischen Dylan und Springsteen. „Angelina“ verstärkt den Eindruck danach noch, dies ist ja fast schon Dylan pur. Als dann auch noch die Harmonika einsetzt, meint man fast, man hätte ein neues Stück von His Bobness vorliegen - simpel und doch so wirkungsvoll. „Midnight Radio“ könnte auch mal in einem Tarantino Film auftauchen – die Coolness dazu hat der Track jedenfalls.

Die zweite Albumhälfte läutet dann das langatmige „Believe“ ein, welches insgesamt dann über 6:45 etwas langweilig anmutet. „Wait On Me“ kommt da schon spannender daher und insgesamt etwas mehr aus den Puschen. Schöne, fast sonnige Nummer. Durch den Einsatz von allerlei Gitarren und sonstigem Brimborium (Akustikgitarren, Lap Steel, Shaker/Tambourine/Bells) wird die ganze Geschichte hier von einer entspannten Atmosphäre getragen. „Alligator Face“ ist irgendwo in Americana- und Countrygefilden angesiedelt und hört sich schon ein bisschen nach Mark Knopfler an – ziemlich unspektakulär. „Never Look Back“ ist dann wieder einen Zacken gemächlicher, leider auch ziemlich langweilig. Den Albumabschluss bildet dann das achtminütige, sehr intensive, akustische „I´ll Wait Around“ – großartiger Albumabschluss!

Fazit: Mit „Tonight And Every Night“ ist Greyhound Soul ein überraschendes Album gelungen, mit dem man in dieser Art und Weise nicht unbedingt rechnen konnte. Hier und da hat die Scheibe ein paar kleine Längen, aber in seiner Gesamtheit ist das schon ein schönes Werk.

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