Während die meisten die Münchener Grantig aufgrund ihres Namens in einen Topf mit Acts wie Ranzig oder Danzig werfen könnten, dürfte man zumindest in Bayern und Umgebung mit dem Wort grantig etwas anzufangen wissen. Dass die vier Jungs einen allgemeinen Widerwillen gegen die Welt und Kollegen verspüren, drücken sie auch in ihrer Musik aus: Pantera und Down lassen grüßen, Phil Anselmo klingt allerdings etwas sanfter und singt außerdem in Deutsch. Lyrisch bewegt man sich in bekannten Pfaden, was man schon an Songtiteln wie Jeder kann es schaffen, Wir haben nichts dazugelernt und Schutt und Asche ablesen kann.
Musikalisch und textlich wagt man also keine Experimente, die Devise lautet klotzen statt kleckern, Doomcore, Thrash und satter Metal tanzen Ringelpitz. Die Originalität bleibt spätestens nach zwei Liedern auf der Strecke und die deutsche Sprache zeigt sich nur bedingt geeignet für diese Art von Musik. Grantig wirken daher auch nur wie ein Schnellschuss, ein kurzes Granteln, das aufflackert und am nächsten Tag schon wieder vergessen ist.