Nachdem man sich auf den letzten Alben eher in der softeren Schiene bewegt hat, versucht man im Hause Gotthard musikalisch jetzt doch eher wieder an die ersten Alben anzuknüpfen. Das tut man allerdings nicht mit letzter Konsequenz, denn auf „Domino Effect“ ist der ein oder andere Spagat zwischen den Ursprüngen und der jüngeren Vergangenheit gut erkennbar. Man hat so ein bisserl den Eindruck, dass man hier zwei Herren dienen möchte, nämlich den ewigen „Früher war alles besser“ – Nörglern und den neu gewonnenen Fans, die eben die sanftere Seite an den Schweizern mögen.
Persönlich finde ich zumindest an diesem Versuch nichts Verwerfliches, zumal der Truppe um Steve Lee und Leo Leoni dieser Spagat in aller Regel sehr gut gelingt. So lässt man es also beim Opener „Master of Illusion“ gleich mal gehörig krachen und das sogar mit Ohrwurm-Garantie. Aber auch im Folgenden kann man noch einige waschechte, richtig gute und eingängige Hard Rock Granaten zünden. Als Referenzbeispiel für Probeläufe Im Plattenladen seien hierzu unter anderem der Titeltrack „Domino Effect“ oder auch „Gone Too Far“ genannt. Freunde der Gänsehautfraktion kommen dann z.B. bei der Killerballade „The Call“ voll und ganz auf ihre Kosten – das ist ganz großes Gefühlskino! Gut 54 Minuten haben die Schweizer so dieses Mal ganz nach dem Motto „No Fillers, just Killers“ auf Macrolon pressen lassen, da kann man definitiv nicht meckern.
Fazit: Gotthard präsentieren sich auf „Domino Effect“ mal wieder von ihrer Schokoladenseite und bieten eingefleischten Gotthard - Fans im Speziellen und auch Freunden des gepflegten Hard Rock einen guten Mix aus Partykrachern und Schmusenummern. Glatte 10 Dominosteine!