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Gianna Nannini: Giannabest

(Universal)

Autor: schlimm / Wertung: 9 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Gianna Nannini ist in Italien ein Nationalheiligtum. Wie kaum ein anderer Künstler ist sie der Prototyp der italienischen Rockmusik. Auch in unseren Breitengraden ist sie sehr erfolgreich und genießt neben einem hohen Bekanntheitsgrad auch eine große Anerkennung. Eine zeitlang galt es in gewissen Kreisen sogar als schick Italo-Rock der Marke Ramazzotti, Celentano, Zuccherro oder eben Nannini zu hören. Und mal ehrlich, wer schwelgt bei dieser Musik nicht mal gerne in Urlaubserinnerungen, bestenfalls an den letzten in Italien?

Gianna Nannini ist seit gefühlten Jahrzehnten aus dem europäischen Musikgeschehen nicht mehr wegzudenken. Wenn man mal den italienischen Sprachbonus weglässt, bleibt unter dem Strich immer noch eine zum Teil großartige Rockmusik mit einer außergewöhnlichen und beeindruckenden Reibeisenstimme. Aktuell kann man diese auf der laufenden Bon Jovi Tour im Vorprogramm bewundern.

In Italien wurde „Giannabest“ schon in der Weihnachtszeit veröffentlicht. Im Zuge der laufenden Tour kommt die Doppel-CD bzw. die limitierte Tour-Edition nun auch bei uns in die Läden. Die Italienerin ist mittlerweile so lange im Geschäft, dass sie durchaus auch mal eine umfassende Werkschau auf den Markt schmeißen darf. Warum auch nicht? „Giannabest“ dürfte den ein oder anderen, der hier nur seichten Italo-Pop erwartet hat, überraschen. Hier und da rockt Frau Nannini nämlich wie die Hölle und dürfte selbst Bon Jovi an die Wand spielen. Zudem sind auf der 29 Tracks starken Zusammenstellung auch drei neue Songs enthalten.

„Suicidio D´Amore“, die neue Single, eröffnet den Songreigen eher nachdenklich und ruhig. Für eine Auskopplung fast schon ein bisschen zu sperrig, somit aber auch mutig. „Mosca Cieca“ ist im Anschluss direkt das nächste neue Stück und rockt schon etwas wütender. Kein Wunder bei der Thematik, die Nummer ist nämlich der Menschenrechtlerin Anna Politkowskaja gewidmet. Aus dem Erfolgsalbum „Grazie“ schließt sich dann der Alan Moulder Remix von „Possiamo Sempre“ an. Hier dürften einige verschreckt auf die Anlage gucken, denn hier werden schon etwas härtere Geschütze aufgefahren – Hut ab! „Pazienza“, der letzte neue Song, fischt eindeutig im Balladenfach und zwar in einem, wo Kitsch ein Fremdwort ist.

Die Zusammenstellung ist im Übrigen nicht chronologisch, was dem homogenen Albumfluss sehr gut tut. Der erste ältere Song kommt mit "Radio Baccano“ erst in der zweiten Hälfte von CD1. Ansonsten ist die Hitdichte hier natürlich sehr hoch, wobei CD2 die bekannteren zu bieten hat. „Anmerica“, „IO“, „I Maschi“, „Latin Lover“ und natürlich das unvermeidliche „Bello e Impossible“ dürfen nicht fehlen.

Fazit: „Giannabest“ ist eine gelungene Zusammenstellung und bietet einen guten Überblick über das Schaffen von Gianna Nannini. Dieses ist im Übrigen sehr vielfältig und der ein oder andere Track dürfte aufgrund der härteren Gangart überraschen. Auch die gefühlvollen und ruhigeren Stücke können Dank dieser außergewöhnlichen Stimme überzeugen. Dieses Album dürfte viele, viele Käufer finden, denn eine Gianna Nannini CD kann man sich immer ins Regal stellen und da bietet sich eine so umfangreiche „Best Of“ gerade an.

www.giannanannini.com

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