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Get Well Soon: Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon Tipp

(City Slang)

Autor: schlimm / Wertung: 10 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Darf man im Januar eines Jahres schon einen Anwärter für die vorderen Plätze bei der Jahresendabrechnung zur obligatorischen Platte des Jahres ankündigen? Man darf! Zumindest im Falle von Get Well Soon. Klar, die Platte wird die breite Masse mal wieder nicht erreichen. Ob dies gut oder schlecht ist, muss jeder für sich selber beantworten. Im Grunde ist es aber auch völlig egal, denn eine gute Platte bleibt eine gute Platte. Es wäre allerdings schade, wenn die zum Teil atemberaubenden musikalischen Ereignisse auf „Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon“ nicht von vielen, vielen Ohren gehört werden. Nicht nur schade um die Musik, sondern auch ausgesprochen schade für diejenigen, die nicht in den Genuss dieser vierzehn Kleinode kommen (werden).

Alle anderen werden einen musikalischen Spielplatz betreten, der so einiges zu bieten hat: Ganz viel Schönheit, aber auch Absonderlichkeiten, Abstoßendes, Verschreckendes, Traurigkeit, Melodien aus dem Paradies, eine prägende Stimme, ganz, ganz viel Atmosphäre, eine Vielfalt, die kaum zu überbieten ist und trotzdem fügt sich alles ganz wunderbar zusammen. Und jetzt kommt das eigentlich Erschreckende. Es handelt sich hierbei nicht um Musik die von der britischen Insel kommt, oder gar aus dem fernen Amerika, nein, auch nicht aus Skandinavien, Island wäre auch denkbar gewesen, nein, wer hätte das gedacht – aus Deutschland. Ja richtig, aus Deutschland.

Get Well Soon ist im Grunde das Solo-Projekt von Konstantin Gropper. Mit 25 Jahren regelrecht noch ein Jungspund und wenn der gute Mann jetzt schon so ein Album raus haut, dann stellt sich die berechtigte Frage, was da noch in Zukunft auf uns zukommt, zumal die Songs vom Debütalbum auch zum Teil schon ca. vier Jahre auf dem Buckel haben. Aber Gropper ist ja auch schon seit seinem fünften Lebensjahr musikalisch aktiv - Cello, Schlagzeug, Konzertgitarre und und und.

Diese musikalische Ausbildung und vor allem Vielfältigkeit hört man dem Debütalbum auch deutlich an: Glockenspiel, Vibrafon. Streicher, Bläser und natürlich Elemente der Rockmusik, sprich Schlagzeug, Bass, Gitarre. Dem geneigten Hörer kommt sicherlich als erstes Connor Oberst und die Bright Eyes in den Kopf. Und ja, der Vergleich passt schon ganz gut. Aber auch Beirut, Tom Waits, Radiohead oder Leonard Cohen kommen einem da in den Sinn. Trotzdem ist das Ganze hier keine aufgewärmte und zusammen gewürfelte Suppe, sondern eine eigenständige und in den Arrangements fein austarierte Geschichte geworden. In dieser Form kann man von Musik endlich mal wieder als Kunst sprechen.

Fazit: Wer Musik nicht nur als Hintergrundgeräusch schätzt und sich gerne in dichte Klangwelten verirrt und Musik auch als Kunstform begreift, der sollte mit „Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon“ eine Platte aus deutschen Landen vorfinden, die diesen Anspruch nicht nur hat, sondern auch erfüllt – und dies ohne künstlich zu wirken. Von Konstantin Gropper darf man in Zukunft hoffentlich noch viele Großtaten erwarten, wenn er denn aufgrund der zu erwartenden Lobeshymnen auch auf dem berühmten Teppich bleibt!

http://www.youwillgetwellsoon.com/

 

 

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