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Gesa Schwartz: Die Chroniken der Schattenwelt – Nephilim
(LYX-Egmont)


Autor: Schwoll / Wertung: 9.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Gesa Schwartz startet nach „Grim“ mit „Die Chroniken der Schattenwelt – Nephilim“ eine neue Fantasy-Reihe bei LYX-Egmont.

Nando erfährt an seinem 17ten Geburtstag, dass er ein Nephilim ist – halb Engel, halb Mensch. Aber nicht irgendein Nephilim, sondern der „Eine“, der „Teufelssohn“, seit Urzeiten dazu auserkoren, Luzifer aus der Hölle zu befreien.

Antonio, sein Mentor und abtrünniger Engel, nimmt Nando mit nach Bantoryn, der Stadt jenseits des Lichts. Ab diesem Zeitpunkt muss sich Nando nicht nur von seinem alten Leben Abschied nehmen, sich in einer völlig neuen Welt zu recht finden und seine Kräfte kennen- und kontrollieren lernen. Zusätzlich wird er von den Nephilim als Unheilbringer abgelehnt und bekämpft, wird er von Engeln und Dämonen gejagt (die einen wollen ihn einfach nur töten, die anderen fragen ihn vorher wenigstens noch, ob er ihren Herrscher befreien wird, bevor sie selbiges ins Auge fassen) und wird von Luzifer höchstpersönlich immer wieder in Versuchung geführt.

Als dann selbst Bantoryn, die Zufluchtsstätte der Nephilim, nicht mehr der sichere Hafen ist, muss Nando ein paar grundlegende Entscheidungen treffen und sich seinen größten Feinden stellen.

Gesa Schwartz macht es den Lesern in nicht einfach. Stach „Grim“ noch durch ein geschmeidiges Eintauchen in die Geschichte und die Charaktere hervor, braucht man bei „Nephilim“ einiges an Durchhaltvermögen: Auf den ersten 150 Seiten werden so viele Charaktere vorgestellt und die Schauplätze und Hintergründe dieser Fantasy-Welt so ausführlich beschrieben, dass es manchmal einfach erschlägt.

Für diese Leseleistung wird man dann aber belohnt – die Welt, die in diesem Buch beschrieben wird, ist düster, oftmals sogar deprimierend und mehr als einmal werden blutige Schlachten geschlagen, bei denen sich Gesa Schwartz nicht scheut, auch Opfer zu bringen.

Die Entwicklungen der Hauptpersonen sind nachvollziehbar, und auch wenn sie dadurch nicht immer durchweg sympathisch sind, werden sie glaubhafter. Gerade durch Nando, der mit seinem genetischen Code kämpft und sich immer wieder gegen seine Bestimmung aufbäumt, haucht die Autorin dem bekannten Thema „Tu, was du willst“  neues und vor allem eigenes Leben ein. Die Engel, die Nephilim und selbst die Dämonen entsprechen einmal nicht dem Standard, die klassischen Rollenzuschreibungen werden von Gesa Schwartz immer wieder aufgebrochen – ein wirklicher Gewinn!

Fazit: Wer düstere Fantasy mit gebrochenen Charakteren und ausführlich beschriebene Szenarien mag, ist hier wunderbar aufgehoben und kann sich auf spannende Stunden freuen.

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