Peter Gabriel ist zwar nicht mehr mit dabei, aber auch das zweite Album nach dieser Ära kann voll und ganz überzeugen. „Wind & Wuthering“ bietet noch jede Menge Ideenreichtum und Phil Collins hat sich längst als Sänger etabliert. Der zum Teil elegische Sound weiß zu überzeugen. Das Wechselspiel zwischen Banks und Hackett ist einfach umwerfend – umwerfend gut!
„Eleventh Earl Of Mar“ und „One For The Vine“ eröffnen die Scheibe in epischen Gefilden fast standesgemäß. Auch die beiden Instrumentalstücke „Unquiet Slumbers For The Sleepers“ und „In That Quiet Earth“ wissen durch einen spannungsgeladenen Aufbau zu überzeugen. Wo es in Zukunft hingehen könnte, verdeutlicht das songorientierte „Blood On The Rooftops“. Dass Genesis auch seichtere, balladeske Nummern aufnehmen können, ohne dabei peinlich zu wirken stellen sie eindrucksvoll mit „Your Own Special Way“ unter Beweis.
Fazit: „Wind & Wuthering“ ist ein weiteres, großartiges Album von Genesis, mit fast schon zeitlosen Melodien. Ausfälle sucht man hier noch vergeblich. Der Hörer wird mit jeder Menge tollen Ideen und einer dichten, epischen und bombastischen Instrumentierung und Atmosphäre belohnt, ohne dass auch nur Ansätze von Kitsch zu vernehmen wären. Schade, dass Hackett die Band danach verlassen hat, auf „Blood On The Rooftops“ durfte er ein letztes Mal sein virtuoses Gitarrenspiel unter Beweis stellen. Danach ging es für Genesis in eine andere Richtung.
