Mit „Foxtrot“ kommt auch die vielleicht beste Scheibe von Genesis als SACD und DVD im Doppelpack als remasterte Version in die Läden. Das Album zeigt die Band auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft. In den Jahren 71 bis 74 bestiegen Genesis den Olymp des Prog-Rock und waren einer der führenden Bands des Genres. „Foxtrot“ nimmt in klanglicher und kompositorischer Hinsicht sicherlich einen ganz besonderen Platz im Bandkosmos ein.
Die sechs Songs sind mittlerweile allesamt Bandklassiker. Das neue Klanggewand tut dem gesamten Album übrigens sehr gut. Wie vieles hat die Ursprungsversion von „Foxtrot“ mit der Zeit doch gelitten und klingt etwas angestaubt. Die beiden vorliegenden Silberlinge holen die einzelnen Songs wieder in das Hier und Jetzt! Allerdings handelt es sich hier – wie bei allen anderen Ausgaben dieser Reihe – um Neuabmischungen, was den Prog-Puristen sicher ein Dorn im Auge bzw. Ohr ist.
Schon der Opener „Watcher Of The Skies“ profitiert enorm von der Bearbeitung. Das Mellotron-Intro von Tony Banks klingt regelrecht frisch. Mit „Time Table“ folgt ein eher unscheinbarer Song – die verdiente Verschnaufpause vor dem Orgellauf der „Get ´em out by Friday“ eröffnet. Peter Gabriel spielt hier gekonnt mit seiner Stimme. Er verstellt sein Organ derart, dass sich die Nummer zu einem tollen Dialog steigert. Die ruhigen Instrumentalpassagen lassen dem Zuhörer regelrecht Zeit, das Gehörte zu verarbeiten. Tolles Konzept und von der Umsetzung her sehr gut gelungen. Genesis variieren hier natürlich auch wieder den Rhythmus, was einen sensationellen Spannungsbogen zur Folge hat.
„Can-Utility and the Coastliners“ spielt mit verschieden Stimmungen. Der eher ruhige, folkige Beginn lockt einen zunächst auf die falsche Fährte, bevor die Band an Fahrt aufnimmt und sich nach und nach alle Instrumente vereinen und in einen vollen, bombastischen Klangteppich münden. Herausragend ist das Schlagzeugspiel von Phil Collins. Das akustische Stück „Horizons“ von Steve Hackett klingt anschließend wie die Ouvertüre zum Epos „Supper´s Ready“. Dieser Longtrack lässt sich in sieben verschiedene Teil einordnen. Für dieses Prog-Monster muss man sich viel, viel Zeit nehmen. Vieles erschließt sich nicht sofort und man wird ja schon alleine durch die Länge von knapp 23 Minuten erschlagen. Ein musikalisches Epos und Mammutwerk, welches einen mit den verschiedenen Rhythmen und Richtungen fordert, aber gleichzeitig auch fasziniert wie kaum etwas anderes von Genesis!
Fazit: Wer sich nur ansatzweise für Prog-Rock interessiert, der wird um „Foxtrot“ nicht herumkommen. Die Neuabmischung tut dem Klangbild sehr gut, auch wenn die Hüter des heiligen Prog-Grals das sicher anders sehen. Die DVD hat neben einem Interview des Jahres 2007 noch Aufnahmen aus Brüssel und Rom von 1972 zu bieten. Dieses Doppelpaket darf somit in keiner Musiksammlung fehlen!
