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Genesis: Duke (remasterte Version)

(EMI)

Autor: schlimm / Wertung: 9 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

„Duke“ von Genesis wird sträflich unterschätzt. Die Scheibe ist noch nicht mit dem Schmalz der 80er überzogen, überzeugt aber trotzdem mit ganz tollen Popmelodien. Das Album markierte so eine Art Ende der Progrock-Ära von Genesis. Hier sind noch sehr viele Elemente der zum Teil großartigen Arbeiten der 70er Jahre enthalten.

Für viele sicher heute undenkbar, aber ganz ehrlich, was Phil Collins hier hinter der Schießbude leistet kann sich schon sehen und vor allem hören lassen. Der Mann versteht schon sein Handwerk und sollte nicht nur als der Schnulzensänger, als der er heute bekannt ist, gesehen werden. Auch Tony Banks und Mike Rutherford stellen hier noch ihre Extraklasse unter Beweis, die sie dann in späteren Jahren irgendwo verloren haben müssen.

Die insgesamt zwölf Nummern sind über weite Strecke bombastische Kleinode, die weitestgehend von jedweder Peinlichkeit entfernt sind. Die Ausfälle halten sich doch in sehr überschaubaren Grenzen. Am ehesten kann man noch so belanglose Popliedchen wie „Misunderstanding“, „Alone Tonight“ und die Schnulze „Please Don´t Ask“ kritisieren. Da zieht es einem zum Teil wirklich die Schuhe aus. Und der Rest? Ja, der große Rest ist feinster Rock, mit einer großen Prise Pop, Bombast und Versatzstücken des Prog. Die Songs muten zum Teil regelrecht episch an. „Duke´s Travels“ und „Duke´s End“ stellen noch ein letztes Mal die Extraklasse der Progband Genesis unter Beweis. Auch der Songzyklus „Behind The Lines“, „Duches“ und „Guide Vocal“ ist über jeden Zweifel erhaben und ein sensationeller Albumauftakt.

Fazit: Irgendwie ist „Duke“ der Brückenschlag zwischen den alten und den neuen Genesis. Die Band versucht hier noch beide Welten zu vereinen. Insgesamt ist ihnen das ganz formidabel gelungen. Die Scheibe besticht mit einer eher düsteren und sehr dichten Atmosphäre und nimmt den Hörer in eine Klangwelt mit, wie man sie ab den folgenden Alben schmerzlich vermissen wird. „Duke“ ist eindeutig die stärkste Genesis Scheibe als Trio, erfolgreicher waren freilich andere.

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