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Genesis: Abacab (remasterte Version)
(EMI)


Autor: schlimm / Wertung: 7 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Willkommen in den 80ern. Mit „Abacab“ waren Genesis endgültig in dem musikalisch bisweilen eher zweifelhaften Jahrzehnt angekommen. Die Abkehr vom Art- und Progrock ist nicht mehr zu überhören. Mittlerweile war die einst wegweisende Band zum Trio geschrumpft. Die Handschrift von Keyboarder Tony Banks ist zwar noch deutlich zu erkennen, aber ein anderer drängt sich doch immer mehr in den Vordergrund und scheint das Ruder an sich zu reißen. Der Einfluss von Phil Collins ist mittlerweile deutlich hörbar.

Die epischen Längen sind fast vorbei. Dafür konzentrieren sich die drei Herren eher auf konventionelle Songstrukturen. Wer die Geschichte von Genesis bis hierhin verfolgt hat, der muss der Band schon attestieren, dass sich durch das Gesamtwerk ein roter Faden zieht. Den Sound und das Arrangement hat man deutlich entschlackt. Am ehesten erinnern „Abacab“ und „Dodo/Lurker“ an die alten Zeiten. Dazu gesellen sich noch so tolle Nummern wie „Keep It Dark“ und „Me And Sarah Jane“ auf der Habenseite. Über „Who Dunnit“ schweigt man besser. Der Track ist einfach nur grottig, ganz egal ob die Band nur eine Spaßnummer unterbringen wollte oder nicht. Und der Rest? Tja, der lässt schon erahnen in welche leichte und seichtere Gewässer Collins den Kahn führen wird. „Man On The Corner“ ist dafür ein deutlicher Fingerzeig. Die Nummer hat schon alle Zutaten dieser typischen Collins-Schnulzen zu bieten. „Like It Or Not“ ist in selbem Fahrwasser angesiedelt. „Another Record“ lässt die Scheibe schließlich sphärisch ausklingen.

Fazit: „Abacab“ ist nicht ganz so schlecht, wie manche alten Fans das Werk sehen. Insgesamt gesehen hat das Album Licht und Schatten zu bieten. Dass hiermit viele Fans vergrault wurden, liegt deutlich auf der Hand. Auf der anderen Seite konnten Genesis mit ihrer Version von Pop ganze Herscharen von neuen Fans gewinnen und die Band so in eine erfolgreiche Zukunft steuern. Man kann Genesis alles vorwerfen, aber nicht, dass die Band auf der Stelle getreten wäre.

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