Die auf dem neuesten Stand remasterten CD-Versionen der 5 Alben aus den Jahren 1976 bis 1982 werden nun von der EMI neu aufgelegt. „A Trick Of Tail“ und „Wind And Wuthering“, die ersten beiden eher progressiv-rockigen Alben der "Nach-Peter Gabriel"-Zeit, noch mit Steve Hackett an der Gitarre, dann das sprichwörtliche „And Then There Were Three“, wo die Band nur noch als Trio agiert und auf der Suche nach einer neuen Identität ist und schließlich die beiden Longplayer „Duke“ und „Abacab“, mit denen sich die Band, erstmals in der Genesis-Geschichte, an die Spitze der englischen Album-Charts katapultierte.
Peter Gabriel war nun Genesis-Geschichte. Die Band machte mit Phil Collins als Sänger weiter. Musikalisch knüpften sie dort an, wo man mit den Alben zuvor aufgehört hatte. Die Kompositionen waren nicht nur episch, sondern auch von einer gewissen Komplexität durchzogen.
Mit diesem Werk dürften sich Genesis endgültig einen Platz ganz vorne im Progrockolymp gesichert haben. Ein erhabenes Stück Musik. Ein Meisterwerk! Schon „Dance On A Volcano“ lässt dem Zuhörer den Mund offen stehen. Wahnwitzige Tempiwechsel und vertrackte Rhythmen lassen den Song zu einer kleinen Sinfonie anwachsen. Grandios und virtuos zugleich! "Entangled" knüpft nahtlos daran an, die Atmosphäre scheint sogar noch intensiver und dichter zu sein. „Squonk“ steigert sich sogar noch und Phil Collins veredelt die Nummer nicht nur mit seinem Drumspiel, sondern auch als Sänger! Vertrackte Rhythmen treffen hier auf sphärische Melodiebögen. Bei „Mad Man Moon“ darf sich Tony Banks endgültig austoben. Arrangements, die ihresgleichen suchen.
„Robbery, Assault And Battery“ eröffnet die zweite Albumhälfte ähnlich wie es „Dance On A Volcano“ schon auf Seite eins gemacht hat. Insgesamt kommt der Track einen Zacken fröhlicher daher. „Ripples“ erinnert fast an die Hippie-Ära und ist ein sehr zurückgenommenes Kleinod, welches durch akustische Gitarrenarbeit dominiert wird. Der Titelsong ist ein luftigleichtes, kleines, auf den ersten Blick unspektakuläres Stück, welches sich aber trotzdem noch in die Gehörgänge einschleicht und es sich dort gemütlich macht. „Los Endos“ ist der Hammer. Genesis zelebrieren hier regelrecht den Progrock und stellen eindrucksvoll ihre Extraklasse unter Beweis.
Fazit: Viele hätten Genesis ohne Peter Gabriel ein solches Album sicher nicht zugetraut. Zudem hätte man fast erwarten können, dass sich die Band erst noch sammeln muss und auf der Suche nach einem Sound ohne Gabriel sein wird. Pustekuchen! „A Trick Of The Tail“ ist ein Meisterwerk! Selbst wer den Zeiten mit eben Peter Gabriel nachtrauert, wird die Extraklasse dieses Progrockmeilensteins anerkennen müssen.