Den Song „Sweet About Me“ aus der Werbung dürfte mittlerweile so ziemlich jeder schon mal gehört haben. Amy Winehouse? Duffy? Weder noch, Gabriella Cilmi heißt die Interpretin. Ob gewollt oder nicht spielt keine Rolle, denn den Vergleichen mit Amy Winehouse und Duffy wird sich Gabriella Cilmi in den nächsten Wochen immer wieder stellen müssen. Dies dürfte für die Australierin aber auch kein Problem darstellen, ist sie doch mit einer ebenso außergewöhnlichen Stimme gesegnet.
Allerdings macht sich die gute Gabriella nicht von ihrem Heimatland auf die Welt zu erobern, sondern von London. Dies ist insofern sehr beachtlich, da die Kleine mit der großen Stimme erst 16 Lenze zählt! Ihre musikalische Sozialstation ist eher rockig angelegt. Zu ihren Einflüssen zählen Jet, Silverchair, Led Zeppelin oder die Kings Of Leon. Für offene Münder sorgte sie erstmals, als sie live „Jumpin´ Jack Flash“ der Rolling Stones vortrug – bei einem italienischen (Wein-)Fest!
Die Scoutingabteilungen der Plattenfirmen nehmen momentan wohl jede Sängerin und Interpretin unter Vertrag, der sie irgendwie eine soulige Stimme attestieren können. Gabriella Cilmi reiht sich da nahtlos ein. Insgesamt hat der Sound ihres Debütalbums „Lessons To Be Learned“ aber einen deutlich hörbaren Popeinfluss und ist in Richtung Charts ausgerichtet. An der ein oder anderen Ecke ist dies dann eben mehr Anastacia. Was einen immer wieder beeindruckt ist diese Stimmgewalt.
Die Songs hat Gabriella Cilmi sich übrigens nicht schreiben lassen, sondern sie hat aktiv am Entstehungsprozess mitgewirkt. Herausgekommen ist ein Album, welches demnächst ganz sicher noch für Aufsehen an der Verkaufstheke sorgen wird. Nach dem soliden und poppigen, schnellen Albumeinstieg „Save The Lies“ kommt mit „Sweet About Me“ auch schon der Song, der momentan die Wohnzimmer beschallt. Da haben sich die Werbestrategen auch wirklich eine feine Nummer ausgesucht. Groovt, hat das gewisse Etwas und ist vom Gesangsvortrag sehr stimmig und sexy umgesetzt. Gabriella Cilmi hat allerdings wesentlich bessere Tracks im Gepäck. Schon die nachfolgenden „Sanctuary“ und „Einstein“ erinnern fast schon an die großen Zeiten von Motown. Unglaublich, dass die Sängerin noch so jung ist. Songs vom Schlage des poppigen „Got No Place To Go“ oder Alibi-Rocker wie „Don´t Want To Go To Bed Now“ kann man im Grunde ignorieren – nett, mehr aber auch nicht.
Dass Gabriella Cilmi wesentlich mehr drauf hat, stellt sich eindrucksvoll mit „Awkward Game“ unter Beweis. Hier steht ihre Stimme ganz im Vordergrund und das akustische Songgewand hebt diese noch mehr hervor. Erfreulicherweise gibt es nicht so viele schmalzige Momente auf „Lessons To Be Learned“ zu verbuchen. „Safar“ ist zwar im tiefsten Herzen totaler Kitsch, aber Dank der stimmlichen Umsetzung trieft der Schmalz dann doch nicht so sehr aus den Boxen. „Cigarettes And Lies“ ist im letzten Albumdrittel noch mal ein dickes Ausrufezeichen! So sollte moderner Soul mit R&B-Anleihen klingen.„Terrifying“ bedient sich zwar wieder einiger Rockelemente, klingt insgesamt aber zu bemüht. „Sit In The Blues“ hat noch mal ganz viel Soul zu bieten, bevor eine solide Coverversion von „Echo Beach“ die Scheibe beendet.
Fazit: Gabriella Cilmi bringt alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere im Musikgeschäft mit. Beeindruckend, wie weit sie gesanglich mit ihren 16 Jahren schon ist. Wenn sie es in der Zukunft noch schafft mehr eine eigene musikalische Richtung einzuschlagen, die nicht auf Chartspositionen schielt, dann sollte es doch mit dem Teufel zugehen, wenn sie nicht langfristig Fuß im Musikgeschäft fasst. Bis dahin hallt und wirkt ihre beeindruckende Stimme noch lange nach!
Albumplayer inkl. Prelistening: http://artists.universal-music.de/_player/gabriellacilmi
Homepage : www.gabriella-cilmi.de