Inhalt: Die vertrauten Gesichter verblichen zu farblosem Dunst. Häuser stürzten ein, Mauern versanken im Erdreich. Dutzende, Tausende… Rasend schnell verzehrte das Feuer Wald und Land. Zelte loderten auf, Menschen starben, und Vancouver erlebte seinen ersten Untergang.
Sie hingen wie faulendes Obst an der Gewölbedecke. Die Gefolterten, die Zerschnittenen. Als würde der fahle Ort vom Leid und der Hoffnungslosigkeit seiner Opfer zehren, wuchs die unheilvolle Aura mit jedem neuerlichen Schrei.
Kritik: Bakerman ist dem Tode nahe und die Autoren der Serie würdigen sein Sterben mit einer düster-brutalen Arie aus Die Zeitmaschine und Jeepers Creepers.
Und wie schon in der siebten Folge Die Fänge des Windes schickt man den Hörer zusammen mit Bakerman in die Vergangenheit, ins Vancouver des Jahres 1886, und trifft dort auf einen alten Bekannten, der schon vor 120 Jahren sein blutiges Werk in der 5000 Seelen Ortschaft verrichtete. Gabriel Burns Insider werden schnell erkennen, wer sich hinter der Bezeichnung ‚Schneider’ verbirgt. Aber dies alleine macht diese Folge noch nicht zu einem weiteren Serienhighlight. Der Ausflug in die Vergangenheit ist kurios, unheimlich und atmosphärisch-dicht, aber den Drang, im Anschluss direkt die nächste Folge R. einzulegen, entfacht man erst mit dem überraschenden Cliffhanger. Denn erneut bewahrheitet sich bei Burns: Nichts ist so wie es scheint.
Die Reise in das frühe Vancouver, zu einer Zeit, als die Stadt gerade 5000 Bewohner und einen Gesetzeshüter umfasst, heimgesucht wird von Goldgräbern und Scharlatanen, wird äußerst lebhaft beschrieben. Ein Meisterstück schafft man allerdings mit der Schilderung von Bakermans Trip durch die Jahrzehnte. Dies erinnert frappierend an H.G. Wells Zeitmaschine. Und wirklich stark ist der Bogen, den man aus der Vergangenheit zu den Geschehnissen der Gegenwart schlägt.
Den Burns Cast zu loben ist wie Eulen nach Athen tragen. Herausragend ist diesmal aber definitiv der ‚Schneider’, dessen Bösartigkeit beinahe fühlbar ist. Der Rest der Produktion ist wieder erhabener Burns Standard, der auch diese Folge - allen Kritiken zum Trotz - erneut zu einem Erlebnis macht. Dank der interessanten Geschichte wünscht man sich diesmal sogar, die Folge möge weitaus länger als die vorhandene Spielzeit währen. Super!
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