Inhalt: Der Schlamm legte sich wie ein sanftes Tuch über die Stelle, an der eben noch das Gesicht zu sehen gewesen war. Schon zeugte nichts mehr davon, dass hier einst ein menschliches Herz geschlagen hatte.
Er würde niemals zurückkehren. Ein Versprechen, das er gehalten hatte.Bis zu diesem Tage. Bald waren die gequälten Laute nur noch eine beklemmende Erinnerung, und die Stille kehrte zurück in die Ödnis von Rannoch Moor.
Kritik: Die 23 Folge der Mysteryserie Gabriel Burns fängt recht schwach an, scheint sich erneut nur in wirren Schock- und Ekelszenen zu verlieren, um dann endlich zumindest teilweise erlösende Aufklärung zu bieten. Aufklärung, auf die der Hörer schon lange gewartet hat.
Bis zum stirnrunzelnden Aha-Effekt ist es allerdings ein mühsamer Weg, der uns aus der Vergangenheit Bakermans hinein in die Gegenwart nach Edinburgh führt. Dort leben inzwischen Steven Burns Eltern. Und diesen will Bakerman einen Besuch abstatten, um einige Antworten auf die zahlreichen Fragen um die Herkunft, den Werdegang und die Fähigkeiten Steven Burns zu erhalten. Doch Bakerman soll das Haus der Burns nie erreichen, holt ihn doch ein Mord aus seiner Vergangenheit ein. Und erneut taucht ein Grauer Engel auf.
Steven Burns muss zur gleichen Zeit miterleben, wie die kranke Anny Cornell aus dem Haus seiner Eltern entführt wird. Als er das kleine Mädchen schließlich unter einem Steinblock auf einem verlassen Friedhof wieder findet, kommt es zu einer schicksalshaften Begegnung. Und Steven Burns wird an einer Ort geschaffen, an dem er die Wahrheit über seine wahre Existenz erfährt.
Der Beginn des Hörspiels ist ebenso düster wie fragwürdig. Was Bakermans Vergangenheit, die Entführung der kleinen Anny und die Metamorphose Laura Osgoods mit dem etwas surrealen Ende zu tun hat, erschließt sich dem Hörer kaum. Hier hält man es mit David Lynch, die Fragen muss der Rezipient selber beantworten. Und die größte Frage ist, ob es überhaupt eine Antwort gibt.
Eine starke Folge bietet man dennoch. Nicht zuletzt, weil bei Gabriel Burns die Umsetzung und die Atmosphäre für Löcher in der Handlung entschädigen. Vielen dürfte dies inzwischen aber nicht mehr genug sein, so dass man sich bei Decision Products und Universal überlegen sollte, wie man die Serie interessant hält, gleichzeitig aber den Ungeduldigen die Konfusion nimmt. Und dies ist beinahe ebenso spannend wie der Fortgang Gabriel Burns.