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Frank Sinatra: Sinatra At The Movies

(Capitol/EMI)

Autor: schlimm / Wertung: 8 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Nicht viele Künstler haben eine derart beispiellose Karriere auf die Bretter gelegt. Es gibt kaum ein Superlativ, welches auf Frank Sinatra nicht Anwendung finden könnte. Der Mann hat einfach alles erreicht. Die Welt lag ihm fast immer zu Füssen und an seiner Kunst erfreuten sich junge und ältere Semester gleichermaßen. Mal ein paar beeindruckende Daten, die die Einzigartigkeit des Charakterkopfes verdeutlichen: Neun Grammys und ein Oscar, 60 Filmrollen und über 1.800 aufgenommene Songs. Unglaubliche vierzig Jahre war mindestens ein Song von Sinatra in den Billboard Charts gelistet. Man kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass der Mann einer der wichtigsten amerikanischen Künstler war und ist.

Aber wie immer im Leben, gab es auch bei Frank Sinatra Zeiten in denen es für ihn nicht gut lief. Zu Beginn der 50er Jahre hatte er mit gesundheitlichen und privaten Problemen zu kämpfen. Sein Stern in der Branche sank ebenso unaufhörlich. Aufgrund einer Stimmbanderkrankung war eine Plattenproduktion gar nicht erst denkbar. Sinatra war aber immer einer Kämpfernatur und so bot er sich fast wie Sauerbier bei Columbia an. Letztlich bekam er eine Rolle für „From Here To Eternity“ Seine Entlohnung war mit 8.000 Dollar im Grunde ein Witz, entschädigt wurde er mit einem Oscar für die beste Nebenrolle. Sinatra standen fortan auch im Filmgeschäft sämtliche Türen offen.

Und somit sind wir fast im Hier und Jetzt angelangt. Mit „At The Movies“ kommt nämlich nun eine zwanzig Song starke Sammlung seiner Filmsongs auf den Markt. Von 1953 bis in die frühen 60er hatte Sinatra einen Plattenvertrag mit Capitol Records. Pünktlich zum zehnten Todestag also kommt diese Hommage an den Sänger wie auch Schauspieler in die Läden.

Die ganze Geschichte ist übrigens nicht chronologisch angeordnet. Trotzdem hat man sich bei der Trackzusammenstellung sehr viel Mühe gegeben und so ein homogenes Album auf die Beine gestellt. Wer kennt sie nicht, die großen Klassiker „I Love Paris“, „Young At Heart“, „Chicago“ und „The Lady Is A Tramp“? Auch die entsprechenden Filme wie „Can Can“, „Pal Joey“ oder „The Joker Is Wild“ hat sicher jeder schon mal an einem regnerischen Sonntagnachmittag irgendwo im Fernsehen gesehen. Die Songs pendeln zwischen großen, manchmal kitschigen Melodien und vielen Swingelementen wie z.B. in „I Believe“. Die einzigartige Stimme von Frank Sinatra bekommt aber immer den nötigen Raum zur Entfaltung. Neben den allseits bekannten Filmhits, hat man hier auch noch ein paar eher seltene Stücke wie „Monique“, die Edelschnulze „Wait For Me“ oder „I Couldn´t Sleep A Wink Last Night“ draufgepackt.

Fazit. Für alles Nostalgiker und Filmmusikfans ist „Sinatra At The Movies“ eine Pflichtanschaffung. Wer noch mal richtige Filmmusik hören möchte, der wird hier bestens bedient. Die zwanzig Songs sind zwar nicht alles unbedingt Großtaten von Sinatra aber gegenüber dem zum Teil furchtbaren Soundtracks von heute eine wahre Wohltat. Einen dicken Punktabzug in der B-Note gibt es höchstens für das spärliche Booklet. Was hat man sich denn dabei gedacht? Lieblos bis gar nicht vorhanden. Der musikalische Genuss wird dadurch natürlich nicht beeinträchtigt, trotzdem zählt ja auch das Gesamtpaket. In der A-Note, der Musik, überzeugt die Zusammenstellung dafür umso mehr!

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