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frances: Liveevent

(Eigenproduktion)

Autor: schlimm / Wertung: 8 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher 2 Kommentare

Es erfreut doch immer wieder das Herz, wenn man Musik von einer jungen, aufstrebenden Band ohne Plattenvertrag auf den Tisch bekommt. Die üblichen Mechanismen setzen sich gar nicht erst in Gang – man weiß ja nicht, was einen erwartet. Nun liegt mit „Liveevent“ ein Album der Band frances vor, welches komplett in Eigenproduktion auf die Beine gestellt wurde! Und wie! In jeglicher Hinsicht ein beachtliches Werk.

Als erstes fällt natürlich die Aufmachung ins Auge. Das Digipack, mit seiner simplen, aber sehr effektiven Farb- und Schriftgestaltung, braucht sich hinter professionellen Veröffentlichungen der großen Labels ganz sicher nicht verstecken. Das Innenleben und das Booklet bestechen ebenfalls durch eine sehr schöne Aufmachung. Da hat sich die Band, deren Mitglieder sich übrigens im Sommer 2005 in einem Allgäuer Proberaum getroffen haben, sehr viel Mühe gemacht und eine Menge Herzblut hineingelegt. Kann sich absolut sehen lassen!

Natürlich nützt die schönste Aufmachung nichts, wenn die Musik da nicht Schritt halten kann. Die vorliegenden zwölf Tracks von „Liveevent“ können! Auch hier klingt das Gehörte über weite Strecken nicht nur gut, sondern ebenfalls wie von einer bereits etablierten Band. Natürlich ist noch nicht alles Gold was glänzt und auch noch ein bisschen Luft nach oben, aber mit der entsprechenden Unterstützung eines Labels und besseren Produktionsmöglichkeiten sollte da doch einiges drin sein. Und welche Band hat mit ihrem Debütalbum schon ihr ultimatives Werk abgeliefert? Eben, sind nicht so viele!

Die einzelnen Songs können sich auf jeden Fall hören lassen und geben als Gesamtes ein sehr homogenes, wie auch vielfältiges Album ab. Zudem verstehen frances ihr Handwerk. Die Gebrüder Willi und Andy Mayrhofer an Gitarre und Bass, Markus Knobloch hinter der Schießbude, Florian Ernszt an den sechs Saiten und Sängerin Fanziska Hodek sind weit über das Proberaumniveau hinaus und schrammeln nicht nur drauflos, sondern bestechen auch mit ausgefeilten Arrangements und Brüchen innerhalb der Tracks, die sie auch musikalisch gekonnt in Szene setzen.

Die musikalische Marschrichtung ist schon ganz speziell. Die ganze Kiste rangiert irgendwo zwischen Incubus, den Foo Fighters, Jimmy Eat World, Slut und Die Happy – und hat dann doch eine ganz andere, eigene Note. Dafür verantwortlich ist Franziska Hodek mit ihrer außergewöhnlichen Stimme, die bisweilen an Dolores O’Riordan erinnert, ohne allerdings das nervliche Timbre .

Schon der druckvolle Albumeinstieg „blind“ lässt aufhorchen und überzeugt mit ruhigen Passagen in den Strophen, nur um dann zum Refrain die ganz große Rockkeule zu schwingen. Ausgereift und vielfältig! Ein weiterer Höhepunkt findet sich mit dem mitreißenden „Please Be Jekyll“. Der melancholische Unterton von „on the bright side“ steht frances ebenfalls außerordentlich gut zu Gesicht. Auch nach hinten raus, geht der Scheibe die Luft nicht aus, wie das treibende „i will be fine“ oder „chemical plant“ eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Fazit Es sollte doch mit dem Teufel zugehen, wenn frances nicht demnächst auf der musikalischen Landkarte abseits von Kaufbeuren auftauchen würden. Die Fünf werfen nicht nur eine Menge Herzblut in die Waagschale, sondern bringen auch die entsprechenden Songs und professionelle Einstellung (jedenfalls deutet die komplette Gestaltung und Produktion von „Liveevent“ darauf hin) mit! frances brauchen sich jedenfalls hinter so mancher etablierten nicht verstecken und gut gemachte Rockmusik kann es gar nicht genug geben. Daumen drücken und für die Zukunft von Herzen alles Gute!

http://www.frances-band.de

2 Comments »

  1. Ja Respekt, super Rezension!!! Geil, echt Saugut! :-)

    Comment by Flo — June 17, 2008 @ 2:42 pm

  2. COOL !!!

    Comment by tip — June 29, 2008 @ 12:30 pm

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