Es ist irgendwie amüsant zu beobachten, wie manche altbekannte Band zwar einerseits gerne mal etwas neues auspobieren will und dies dann auch unter einem neuen Namen tut, sei es, um die alten Fans nicht zu verschaukeln, oder halt meinethalben auch, um sich selber neu zu beweisen. Im letzten Moment wird aber dann doch immer noch eine Notbremse gezogen, damit man als vermeintlicher Newcomer nicht wieder durch die harte Tretmühle des sich beweisens im Music-Business gehen muss.
So auch in vorliegendem Falle der Foxboro Hot Tubs mal wieder geschehen. Hier frönen Musiker ihrer Passion für Sixties und Seventies Rock, nehmen eine Platte mit zwölf Songs auf, schaffen es komischerweise sofort , - unbekannt wie die Truppe nun einmal scheint - bei einem Major Label unterzukommen, nur um dann kurz vor Veröffentlichung des Machwerks durchsickern zu lassen, dass man ja sooo unbekannt nun auch wieder nicht ist, sondern unter dem Namen Green Day ja eigentlich schon ziemlich bekannt ist. Irgendwie ödet mich das an, auch wenn ich die Angst der Herren, unter ferner liefen auf dem Markt umher zu dümpeln, inzwischen gut verstehen kann, nachdem „Stop Drop and Roll“ schon einige Runden in meinem Player gedreht hat. Die Mucke ist handwerklich zwar sicher gut gemacht, rockt ganz nett und hält die ein oder andere eingängige Melodie für die Ohren des geneigten Hörers bereits, aber ohne den Hinweis auf die prominente Besetzung würde sich wahrscheinlich kaum ein Schwein für dieses Album interessieren. So aber laufen die Single-Auskopplungen auf allen hippen Radiosendern rauf und runter, und von der internationalen Fachpresse ernten die Foxboro’s reichlich Beifall und Schulterklopfen. Und natürlich dürfen sie sich ferner für Ihren Mut, als unbekannte Band neue Wege zu gehen, und für Ihre kreative Innovativität über den grünen Klee loben lassen. So ein Stuss!
Für meine Ohren und mein persönliches Hörgefühl ist es (subjektiv) Fakt, dass die Platte zwar nicht schlecht ist, man sie gut hören kann und sich von mehreren Nummern angenehm gerockt fühlt, ich aber keinesfalls mein Geld in den Laden tragen würde dafür. Diese Art von Mucke haben hunderte anderer Bands auch drauf und viele davon sicherlich auch besser. Wer Retro-Rock mag, der wird vielleicht Spaß an „Stop Drop And Roll“ haben, das will ich nicht abstreiten, aber wer jetzt nur in den Namen rennt, weil das Namedropping Green Day gezündet hat, der kann wahrscheinlich getrost zu Hause bleiben und sich mal wieder einen Nachmittag lang mit „American Idiot“ vergnügen, da hat er sicher mehr von, als sich wie irre auf die Foxboro Hot Tubs zu freuen. Großer Name, mittelmäßiges und mich persönlich komplett langweilendes Machwerk, 5 Gnadenpunkte!
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