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Flobots: Fight With Tools

(Universal)

Autor: schlimm / Wertung: 8 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Der gute alte Crossover hat eigentlich längst ausgedient und wirkt mittlerweile altbacken und wie ein Relikt aus dem letzten Jahrzehnt – sollte man meinen. Die Flobots haben sich aber genau diese Stilrichtung auf die Fahnen geschrieben. Die sechsköpfige Band aus Denver hat sich im Jahre 2005 gegründet und avancierte recht schnell vom Geheimtipp zum bekannten Liveact der Stadt. Auch außerhalb ihrer Heimatstadt konnten sie sich schnell einen legendären Ruf erspielen. Nun darf man sich auch bei uns von den Qualitäten überzeugen. In den Staaten kam die Scheibe „Fight With Tools“ bereits letztes Jahr raus.

Wer die politische Dampfmaschine Rage Against The Machine ebenso in sein Herz geschlossen hat wie ich, der sollte an „Fight With Tools“ ebenfalls seine Freude haben. Die Flobots machen nicht nur stumpfen Crossover und auf dicke Hose, nein, sie haben der Welt wirklich etwas mitzuteilen. Sie legen textlich den Finger in die Wunden des amerikanischen Folkes und prangern Krieg, Rassismus und Armut an und sie widmen sich im allgemeinen den Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Sie gehen die Geschichte allerdings nicht plump an und auch nach Applaus scheinen sie dabei nicht zu schielen. Nein, die Flobots fallen durch intelligente Ansätze auf. Hat man schon so oder so ähnlich öfters gehört? Mag sein! Man kann auf der anderen Seite aber gar nicht oft genug gegen die Missstände dieser Welt ansingen und wenn dies auf so intelligente Art und Weis geschieht, wie im vorliegenden Fall, dann geht das durchaus mehr als in Ordnung.

Musikalisch hauen die Flobtos nicht durchgängig auf den Putz. Sie können ja auch mit einem Instrument punkten, welches man so nicht unbedingt in diesem Genre vermuten würde – die Violine. Ebenso verwenden die Flobots Trompeten oder ein Cello, um ihre musikalischen Visionen zu vertonen. Und plötzlich darf man HipHop in Verbindung mit Jazz und Mariachi-Anleihen („Mayday“) lauschen. Spätestens bei dem groovigen und funkigen „Same Thing“ merkt auch der Letzte, dass die Flobots musikalisch eine Bereicherung für ein totgesagtes Genre sind. Auch ein fein austarierter Track wie „Stand Up“, der wie ein irisches HipHop-Manifest wirkt, zeigt deutlich die musikalische Klasse der Sechs. Auch die ruhigen Zwischentöne von „Handlebars“ wissen zu gefallen. Sogar träumerische Klänge beherrscht die Band. „Never Had It“ wird getragen von der wunderschönen Stimme Mackenzie. Wenn „Rise“ die Scheibe amtlich ausklingen lässt, bleibt man als Zuhörer erstmal überrascht zurück. Wer hätte gedacht, dass man noch mal wirklich Neues auf dem Crossover-Sektor hört? Ich jedenfalls nicht.

Fazit: Die Flobots haben mit „Fight With Tools“ ein erfreuliches Album aufgenommen, welches Meilenweit vom Crossover-Genremief entfernt ist. Rock, HipHop, Jazz, Son und Pop – hier wird alles vermischt und das verdammt gut. Hinzu kommt noch, dass die Band was zu sagen hat! Eine Bereicherung für den Sektor!

http://www.flobots.com

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