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Fleetwood Mac: 3 Original Album Classics Tipp
(Sony Music)


Autor: schlimm / Wertung: 11 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Über die Jahrzehnte hat sich die musikalische Ausrichtung von Fleetwood Mac grundlegend gewandelt. Die Ausflüge in Popgefilde haben nichts mehr mit den Anfängen der Band gemein. Gegründet wurde die Formation von Peter Green, Mick Fleetwood und Bob Brunning. Letzterer ging aber recht schnell von Bord und wurde durch John McVie ersetzt. „Rumours“ machte Fleetwood Mac in der zweiten Hälfte der 70er endgültig zu Superstars und verkaufte sich alleine in den USA sagenhafte 19 Millionen Mal. Da war Peter Green allerdings schon nicht mehr mit von der Partie. Schade, dass die Band mittlerweile nur noch für Mainstream-Rock und poppige Töne bekannt ist.

Sony legt nun in seiner Album Classics-Reihe allerdings drei Alben auf, die den ursprünglichen Stil aufleben lassen. „Fleetwood Mac“, „Mr. Wonderful“ und „The Pious Bird Of Good Omen“ werden im zweckmäßigen Pappschuber als Cardboard-Sleeves mit den Originalcovern zum kleinen Preis geliefert. Ein Fest für jeden Musikliebhaber.

Das Blues-Feuerwerk, welches auf „Fleetwood Mac“ abgefeuert wird ist schon sensationell. Peter Green erweist sich hier eindeutig als treibende Kraft und spielt sich den Allerwertesten ab und in einen wahren Rausch. Die Band nannte sich da ja auch noch Peter Green´s Fleetwood Mac. Wie er „Merry Go Round“ interpretiert erweist den Altvorderen des Blues-Genres jede Ehre. Der kraftvolle Gesang scheint irgendwo in den Sümpfen entsprungen zu sein. Aber nicht nur Langsamkeit regiert die Szenerie, sondern es darf auch gerne etwas schneller auf die Tube gedrückt werden – selbstverständlich immer im Blues-Schema. Die Harmonika bei „Long Grey Mare“ pustet die Gehörgänge so richtig schön durch und „Shake Your Moneymaker“ ist ein veritabler Rocksong, der mit einer Slide-Guitar brilliert. Die Nummer alleine lässt alle Möchtegernrockstars von heute aber ganz alt aussehen. Das Album weist zudem keine wirklichen Schwächen auf. Mit „Cold Black Night“ findet sich im hinteren Teil sogar noch mal ein entspannter Bluesstampfer, der die Scheibe auf eine neue Qualitätsstufe hebt.

„Mr Wonderful“ führt den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Der bluesgetränkte Opener „Stop Messin´ Round“ mit Boogieeinschlag gibt die Richtung vor und ab da heißt es volle Fahrt voraus – immer im Namen des Blues. Die Scheibe kann mit dem vermehrten Einsatz von Blasinstrumenten trotzdem noch mal überraschen und wenn sich Peter Green mit selbigen bei „Rollin´ Man“ ein kleines Duell liefert rutscht man als Zuhörer aber ganz nah an die Boxen ran. Wunderbar! Der erdige Klang macht dieses Album gar zu einem Ohrenschmaus und wenn „Love That Burns“ sich ganz langsam aus den Boxen schiebt weiß man doch glatt, was man in der heutigen – immer auf Hochglanz polierten – Musiklandschaft vermisst. Kein Wunder, das Album wurde größtenteils ja auch live eingespielt und dies innerhalb kürzester Zeit. Boogiestampfer wie „Doctor Brown“ klingen auch heute noch erfrischend.

„The Pious Bird Of Good Omen“ versammelt schlussendlich einige Singles und Raritäten. Hier dürfte noch am ehesten Material zu finden sein, welches bekannt ist – allerdings nicht unbedingt in Zusammenhang mit Fleetwood Mac. „Black Magic Woman“ dürfte ja spätestens durch die Interpretation von Santana zu Weltruhm gekommen sein. Ebenso ist hier das zeitlose Meisterwerk „Albatros“ vertreten. Die erfolglose Single „I Believe My Time Ain´t Long“ fehlt da ebenso wenig wie „Jigsaw Puzzle Blues“. Mittlerweile hatte die Band mit Danny Kirwan einen dritten Gitarristen mit an Bord und das lässt den Klang sogar noch mal druckvoller erscheinen. Überraschendes wie das Indianer-Geheul von „Ramblin´ Pony“ ist hier ebenfalls zu finden.

Fazit: Hört man sich die drei Alben dieser Classics Reihe an, dann ist es doch einigermaßen erstaunlich welche Richtung Fleetwood Mac letztendlich eingeschlagen hat. Die häufigen Personalwechsel sind da sicher einer der Gründe und natürlich bediente die Band mit diesen Werken eine Nische, die Wendung hin zum Mainstream ist da ja auch lukrativer. Sei es drum, diese drei Alben sind eine musikalische Offenbarung und gehören in jede anständige Musiksammlung. Punkt! Prädikat besonders wertvoll!

http://www.fleetwoodmac.com

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