Als mich vor ein paar Wochen Dirk Schilling, der Mann hinter dem Namen Filmpalast, anschrieb und fragte, ob wir was zu seiner neuen CD, die in Richtung Singer / Songwriter tendiere, machen wollten, begann es in meinem Hinterkopf seltsam zu pochen. Irgendetwas sagte mir der Name Filmpalast, aber den Zusammenhang habe ich bis heute morgen nicht hinbekommen.
Dann allerdings viel es mir wie Schuppen von den Augen: Filmpalast haben wir schon das ein oder andere Mal in unserem Magazin gehabt, allerdings hat sich Dirk Schilling auf seinen ersten beiden Alben noch nicht im Singer / Songwriter Genre versucht, sondern glänzte mehr mit seinen Fähigkeiten im elektronischen Bereich. Wo auch immer nun die Beweggründe für diesen doch sehr krassen Stilbruch liegen mögen lässt sich an dieser Stelle nicht oder nur schwer ergründen. Fakt ist allerdings, dass ihm auch die neue musikalische Ausrichtung gut zu Gesicht steht. Mit einer ständig leicht mitschwingenden Melancholie in der Stimme arbeitet sich der Kölner auf „Birth of a Perfectly Known Stranger“ durch insgesamt zwölf Songs, die minimalistisch auf der Gitarre begleitet viel Raum für seine Texte bieten (schade, dass der Promo selbige nicht in niedergeschriebener Form beiliegen) und die beim Hörer an einem sonnigen und warmen Abend wie dem heutigen trotz guten Wetters eine gewisse Schwermütigkeit hervorrufen. Dirk Schilling ist stimmlich vielleicht nicht der beste Sänger und für mein Empfinden kommen nicht alle Töne so auf den Punkt, wie sie es vielleicht sollten, aber dafür passt diese Stimme optimal zum vom Künstler sicherlich gewollten Gesamteindruck.
Fazit: Wer sich seelisch gefestigt genug fühlt, sich auf eine Reise in die Melancholie mitnehmen zu lassen, der findet im Filmpalast mit Dirk Schilling einen durchaus kundigen Führer, dem mit „Birth of a Perfectly Known Stranger” ein hörenswerter und spannender Stilwechsel definitiv gelungen ist. 8½ Filmrollen!
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