Im Jahre 94 gab Falco ein Konzert in der Wiener Neustadt mit einem großen Orchester. Was damals noch keiner wusste, dies sollte der einzige Auftritt dieser Art bleiben. Leider hatte man seinerzeit vergessen, das ganze Ereignis auch in irgendeiner Form komplett für die Nachwelt festzuhalten. Gut, es konnte ja auch keiner wissen, dass es ein historischer Auftritt werden wird. Mittlerweile ist die Technik ja dann doch ein gutes Stück vorangeschritten und da es doch noch genug Bildmaterial gibt, fasste man den tollkühnen Plan, das einmalige Event der Nachwelt zugänglich zu machen. Bild und Toun wurden in einem aufwändigen Verfahren restauriert und teilweise neu aufgenommen.
Bei der CD-Version handelt es sich im Übrigen nicht um eine simple Audio-Spur der DVD! Nein, die orchestralen Neuaufnahmen wurden mit den originalen Studio Vocal-Takes von Falco gemischt! Dies liest sich vermutlich erstmal abenteuerlich und da ja nun der 10. Todestag ansteht könnte man auch schnell vermuten, dass bei den nun folgenden Nachrufen noch schnell der ein oder andere Euro mitgenommen werden soll. Nun, die Vermutung liegt nicht nur nahe, sondern trifft ganz sicher auch zu. Es kommt aber immer auf die Art und Weise an und so abenteuerlich die ganze Geschichte nun anmutet, so gut ist sie über weite Strecken geglückt. Man kann getrost davon ausgehen, dass das Endergebnis Falco gefallen hätte.
Natürlich versammeln sich auf „Symphonic“ die großen „Hits“ von Falco. Erstaunlich an dieser Konstellation ist allerdings, wie wunderbar sich die musikalische Neubearbeitung in die ursprünglichen Studio Vocals-Takes einbettet. Wenn man es nicht besser wüsste, dann könnte man auch davon ausgehen, dass die Aufnahmen zusammen stattgefunden hätten. Gerade Nummern wie „Vienna Calling“, „Nachtflug“ oder „Dance Mephisto“ erstrahlen in ganz neuem Glanz und bieten eine andere Perspektive, zum Teil recht druckvoll durch das Orchester vorgetragen. Aber auch „Jeanny & Coming Home“, „Rock Me Amadeus“ und „Der Kommissar“ sind hervorragend gelungen. „Titanic“ oder „Les Nouveaux Riches“ klangen noch nie so frisch. Lediglich die Bonustracks hätte man sich schenken können, da die Live-Aufnahmen etwas das homogene Bild zerstören.
Fazit: Mit „Symphonic“ hat man behutsam und anscheinend mit dem nötigen Respekt eine Art Remix-Album geschaffen, welches Falco absolut würdig ist. Kritische Stimmen, die im Vorfeld aufgrund dieser Veröffentlichung laut wurden, dürften mit dem Endergebnis nun verstummen. Und eins wird hier erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Falco hat der Welt wirklich die ein oder andere musikalische Großtat hinterlassen. Wie steht es doch so goldrichtig im Booklet?: Mit grosser Verbeugung vor einem grossen Künstler. Thank you Falco, Danke Hans! Dem gibt es nichts mehr hinzuzufügen.