Beschreibung: Mein Name ist Faith. Faith Van Helsing. Ich bin die Letzte unserer ruhmreichen Familie. Ich bin dazu verdammt gegen die Finsternis zu kämpfen, aber dies war nicht immer so… Oft denke Ich an jene Zeit zurück als ich noch ein unbeschwertes Leben führte. Ich war glücklich… So glücklich… Doch an einem einzigen Tag wurde meine Welt, mein ganzes Leben zerstört! Ich verlor alles was ich liebte! Alles! An jenem Tag als das Grauen begann, starb ich und wurde wiedergeboren… Nun ist mein Erbe die Schlacht gegen die dunklen Mächte. Nicht weil ich es will, sondern weil ich es muss – wenn ich überleben will. Dies ist mein Fluch. Mein Schicksal. Mein Albtraum…! Kritik: Interessant wäre sicherlich einmal, eine Studie über den Reiz von Geisterjägern in Hörspielserien zu verfassen. Beim spontanen Brainstorming fallen einem direkt zahlreiche Namen ein: John Sinclair, Mark Tate, Larry Brent, Gabriel Burns, Dorian Hunter oder Der Magier. Neben ihren eigenen Serien haben die Personen aber auch alle eins gemeinsam: sie sind männlich. Die Vertonung der Abenteuer weiblicher Geisterjäger wollen mir jetzt spontan nicht einfallen. Dabei hat die Massenliteratur doch sicherlich auch hier vorgezeichnete Figuren parat, z.B. die sowohl mit eigener Serie ausgestattete und nebenher noch in den Gespenster-Krimis agierende Damona King. Hat da etwa jemand die Marktlücke gewittert? Die R & B Company, die sich bisher u.a. für die Serien Die Psi-Akten und Jac Longdong verantwortlich gezeichnet hat, lässt nun auf jeden Fall eine Dame gegen die Mächte der Finsternis auf das Parkett stöckeln: Faith. Das junge, unschuldige Ding weiß zum Beginn der Geschichte zwar selber noch nicht, welchen Werdegang man sich für das Fräulein neben ihrer Schullaufbahn ausgedacht hat, braucht aber auch nicht lange, um ihre eigenen Waffen der Frau zu entdecken. Vorher gilt es für das Fundament der Handlung aber noch ihre komplette Familie auszurotten, so dass Faith die letzte Van Helsing ist und somit das Familienerbe nicht ausschlagen kann. Neben zahlreichen gesichtslosen Assassinen treten in Korpora noch eine Hexe, eine Vampirin und der undurchsichtige Hunter auf, die nicht nur effektvoll in Szene gesetzte Blutbäder an verschiedenen Orten anrichten, sondern sich außerdem noch als Antagonisten vorstellen. Da dies drei Personen gegen ein jungfräuliches Mädchen bedeuten würde, geben die Autoren der Protagonisten noch den asketischen Christopher Lane und ihre beiden Freunde Shania und Melvin zur Seite. Wahrscheinlich zur Gruppe der Guten ist auch der erst zum Schluss in Erscheinung tretende Raven zu rechnen. Die Charaktereinführung beginnt im Rahmen einer recht flotten, simpel gehaltenen Actionhandlung, die mindestens die Hälfte der eingeführten Figuren auch gleich direkt wieder über die Klinge springen lässt. Die Dynamik der Erzählung kann sicherlich auch hieran festgemacht werden. Anhänger des klassischen Grusels, der immer etwas behäbig und zurückhaltend erzählt wird, dürften sich schwer mit Faith tun. Die Serie ist so etwas wie Alarm für Cobra 11 unter den aktuellen Horror-Serien. Frei nach dem Motto ‚Eine Minute ohne Knall ist eine verschenkte Minute’ geht es möglichst direkt in bester Popcornkino-Manier nach vorne. Ein Schocker für die MTV-Generation, die nach Ablauf ihrer Buffy-Episoden von Entzugserscheinungen heimgesucht werden. Die vorgetragene Geschwindigkeit lässt dabei keinen Raum für Fragen, Reaktionen und vor allem Langeweile. Faith ist eine Serie, deren Folgen man am Stück hört. Den wer steigt schon gerne aus, wenn gerade mal wieder irgendwer von zwanzig Armbrustbolzen an die Wand genagelt wird oder minutenlang ein Auto explodiert. :-> Bevor der Handlung die Luft ausgehen könnte, schließt man die Folge schnell ab. Vergisst aber nicht, die Erwartungen an die nächste Folge mittels Cliffhanger hochzuschrauben. Denn: natürlich ist alles anders, alles schlimmer und alles überhaupt nicht so überraschungsarm, wie es die ersten 17 Tracks erscheint. Das dicke Ende kommt meistens zum Schluss! Gewohnt ist man aus dem Hause R & B ja vor allem die tadellose Produktion. Hörspielpyromanen möchte man sie beinahe nennen. Wenn es etwas zu sprengen gibt, dann nimmt man lieber ein paar Stangen Dynamit mehr. Und bei den Sprechern sagt man sich auch ‚Nicht kleckern, sondern klotzen’. Dennoch bleiben sie dabei nicht von Kritik verschont. Wenn man einmal davon absieht, dass man sich manchmal etwas zur sehr an Gewalt erfreut (wie z.B. bei der recht lang geratenen Vergewaltigungsszene), so ist es vor allem die teils etwas zu dick aufgetragene Melodramatik, über die selbst die professionellen Sprecher stolpern. Diese scheinen an andere Stellen von der temporeichen Inszenierung allerdings so mitgerissen, dass sie selbst ihr Sterben etwas übertrieben lang ausdehnen. Wenn man 5x mit einer MP über eine Person geht, kann ich mir kaum vorstellen, dass die Person noch viel zu sagen hat! Aber das gehört wahrscheinlich zu buntem Hörspielkino dazu, wenn es auch in dramatischen Szenen zu unfreiwilliger Komik führt. Was bleibt ist aber vor allem ein recht gelungener Start, der produktionstechnisch zumindest auf hohem Niveau agiert, in Sachen Handlungstiefe aber sicherlich noch zulegen kann und zulegen wird. ‚Season 1 Episose 1’ dürfte dabei als aussagestarker Hinweis gewertet werden, dass man sich noch einige Folgen der Serie vorgenommen hat. Dies verspricht, dass so manch ein Charakter der heute gestorben ist, in zwanzig Folgen wieder aus seinem Grab steigt. Und die Mutter nicht die Mutter, sondern die Oma der Tochter der Freundin des Schwagers ist, der vor 36 Jahren in einem Schlauchboot im Bermuda Dreieck verschollen ist. Wer solche Absurditäten mag, wird sicherlich mit Faith alt werden. Ich bin gespannt!
Rezensionen > Hörspiel
Faith - The Van Helsing chronicles: Die Zusammenkuft (1)
(Russel & Brandon Company)
Autor: DJ / Wertung: 9.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher 1 Kommentar
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Ein lustiger Beitrag, gefällt mir. Freue mich schon auf deinen nächsten Beitrag.
Comment by daniel — April 14, 2008 @ 10:43 am