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Extrabreit: Neues von Hiob

(Rodeostar/SPV)

Autor: schlimm / Wertung: 8,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Extrabreit feiern ein ganz besonderes Jubiläum. Die Band besteht auf dem Papier nun mit Unterbrechung und in unterschiedlicher Besetzung mittlerweile seit dreißig Jahren. Ein Ereignis, bei dem man nicht weiß, ob man sich freuen oder mit Graus abwenden soll. Die Antwort könnte vielleicht die vorliegende Scheibe zu den Feierlichkeiten geben.

„Neues von Hiob“ hat es wirklich in sich und lässt nur einen Rückschluss zu – die Freude überwiegt. Was die Band hier abfeuert ist zumindest für mich eine mittelschwere Überraschung. Bisher verfolgte ich die musikalischen Ergüsse von Extrabreit immer nur am Rande und war meist wenig angetan von dem Gehörten. Nun aber stellt sich ein kleines Aha-Erlebnis ein und dies durchaus im positiven Sinne.

Wie man hört, sollen Extrabreit ja eine erstklassige Liveband sein. Mit „Neues von Hiob“ haben sie dies nun auch entsprechend auf Albumlänge eingefangen. Die erstklassige Produktion sticht sofort heraus und erfreut die Ohren. Klar und deutlich donnern die Tracks aus den Boxen, lassen aber trotzdem nicht die nötige Rotzigkeit vermissen. Die Songs selber bewegen sich in Punk`n`Roll Gefilden und das verdammt gut. Unweigerlich lässt die Scheibe Assoziationen an Die Ärzte zu und das ist durchaus als Kompliment gemeint.

Die fünf Hagener legen eine unglaubliche Spielfreude an den Tag. Anscheinend sind sie mit sich und ihrer Umwelt im Reinen und müssen nichts mehr beweisen. Spaß ist das Gebot der Stunde. Absolut partytauglich startet die Scheibe direkt mit den drei Heulern „12 Sekunden“, der ersten Single „Lärm“ und „Andreas Baaders Sonnenbrille“. Bei letzterer Nummer achte man auch besonders wieder auf einen der typischen Extrabreittexte. „Idole“ knüpft textlich nahtlos daran an. Auch die ruhigen und melancholischen Töne beherrscht die Band mittlerweile auch ohne den Anflug einer Peinlichkeit. „Besatzungskind“ ist einfach eine nette, schöne, kleine Nummer, die auch im Radio gespielt werden könnte. Höhepunkte sind auf diesem Album nicht rar gesät, sondern fast im Überfluss vorhanden. „Küss Mich“, „Freitag Nacht“ oder „Annemaries Baby“ wissen ebenfalls zu überzeugen.

Fazit: „Neues von Hiob“ verbindet Punk mit Rock. „Neues von Hiob“ verbindet Spaß mit Ernst. „Neues von Hiob“ schlägt eine Brück von der NDW-Band in das Hier und Jetzt. Glückwunsch zum Jubiläum, meine Herren! Und Glückwunsch zu dieser Scheibe, die zu weiten Teilen überzeugen kann! Ich für meinen Teil bin jedenfalls positiv überrascht.

http://www.die-breiten.de/

 

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