Zumindest das Bright hat er schon mal in seinem Albumtitel verwendet. Vermutlich hat Erlend Ropstad dabei nicht an Connor Oberst und seine Bright Eyes gedacht. Musikalisch kommt er dem allerdings schon verdammt nahe – in diese Richtung geht die neueste, vierzehn Track starke Scheibe jedenfalls. Auch wenn er nicht ganz in der Liga von oben genanntem Ausnahmekünstler spielt, so braucht sich Erlend aber auch keinesfalls dahinter verstecken.
„Bright Late Nights“ wurde von Davide Bertolini produziert und im Grieghallen Studio in Bergen, Norwegen aufgenommen. Herausgekommen ist dabei eine bunte Mischung aus Folk, Country, versehen mit einer Prise Americana und vom Prinzip ist die ganze Geschichte im Singer/Songwriter Genre angesiedelt. Entspannt, aber nicht selten nachdenklich und mit dem nötigen Tiefgang schält sich so doch die ein oder andere Perle aus den Boxen. Vom ruhigen und wunderschönen Albumopener „Rocket“ über das rockige und lässige „My Third Cup“ hin zum Hit „Winona And I“ reicht hier die Spannbreite. Manchmal schrammt Erlend haarscharf am Kitsch vorbei, schafft es aber auf beeindruckende Weise sich eben nicht darin zu suhlen – nachzuhören beim Duett „Passenger Seat“ oder „The Great CD Robbery“. Selbst bluesige Töne gibt es bei „Staying Inside“ zu vernehmen. Sehr schön, wie der Song hier an Fahrt aufnimmt, schade, dass diese Momente hier eher rar gesät sind, denn auch auf dieser Spielwiese weiß Ropstad zu überzeugen.
Fazit: „Bright Late Nights“ bereichert diesen nicht vorhandenen Sommer mit seinen eher ruhigeren Töne nachhaltig und kommt genau zur richtigen Zeit. Also Kakao warm machen, auf die Couch fläzen, die Decke hochziehen, die Augen schließen und diese Scheibe genießen. Wenn es hier überhaupt was zu kritisieren gibt, dann dass das Album um zwei bis drei Songs zu lang ist und vielleicht den ein oder anderen schnelleren Track vertragen hätte, wobei, dann würde das mit der Couch und so ja schon wieder nicht mehr passen – also, es ist gut so wie es ist!
