Rezensionen

Divine Heresy: Bleed the fifth Tipp

(Roadrunner Recorsds)

Autor: R@Z€ / Wertung: 10 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Ich bin überrascht. Ich bin wirklich positiv überrascht! Unbekannte Bande, bekannter Bandkopf. Dino Cazares, selbsternannter Porno Star und exzellenter Riffkreierer der Modern Metal-Urgesteine Fear Factory, haut nach fast-Zugrabetragung seiner Ex-Band ein Knalleralbum raus, dass man so sicherlich nicht erwartet hätte. Nix da mit Brujeria-Grind oder Nummer-Sicher-Album “Demanufacture No. 2". Hier werden neue Saiten aufgezogen und der Fuß auf’s Doublebass-Pedal gehalten. Alle die Phil Anselmo so vermissen, wie er bei Pantera zu seinen besten Zeiten gesungen hat, werden hier einen mehr als würdigen Ersatz finden. Der unbekannte und von Dino entdeckte Tommy Vext hat sein Aggrospektrum perfekt drauf und klingt frisch und angepisst wie Großmeister Anselmo, wenn der mal nicht zugedopt ist. Kann aber auch sehr angenehm mit seinen Clean-Vocals begeistern, die wohldosiert sind und kein bisschen nach Burton C-Bell klingen. Den Gesamtsound der Jungs könnte man aus rasiermesserscharfen Fear Factory-Riffs und den ungestümen Death Metaleinlagen DevilDrivers beschreiben. Hinzu kommen, was der Scheibe sehr gut tut und Divine Heresy trotzdem nicht zu einer bloßen FF-Kopie werden, läßt, die eine oder andere FF-typische Drumeinlage von Ex-Vital Remains/Hate Eternal-Uhrwerk Tim Yeung. Eine Reduzierung auf die vorgenannten Bands wäre ungerecht, vielmehr schafft es das Dreigespann als feste Einheit mehr eine Band als ein Projekt zu kreieren und einen eigenen Sound zu schaffen, die Nackenbrecher wie “Royal Blood Heresy” und “Impossible is nothing” zustande bringen, den Titeltrack als Pantera auf Aggro mit Death Metal-Schlagseite kredenzen, “Rise of the scorned” mit lecker Knüppel aus dem Sack offerieren und “False Gospel” wie aus der Feder Dez Fafaras feilbieten. Als weiteres Schmankerl bietet die Scheibe “Soul decoded”, ein Hit mit einer gewissen Unnahbarkeit und rhythmischen Komplexität, die Meshuggah nicht besser hingebekommen hätten. Diese göttliche Ketzerei ist eine Wohltat für ermüdete oder gelangweilte Metalhorchlappen. Daumen Hoch für einen Hassbratzen der die Vorzüge aller vorgenannten Bands perfekt vereint! 10 fette Dino-Punkte!

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