Inhalt: Die Apokalypse steht vor der Tür und die Offenbarung des Johannes beginnt sich auf grausame Weise zu erfüllen. Den Auftakt macht der Mord an Kardinal Reichenvater, der auf offener Strasse brutal abgeschlachtet wird. In der Hand des Toten: Die Visitenkarte des Reporters Erich Lohmann. Lohmann gerät zunehmend unter Mordverdacht. Allerdings ist er der Einzige, in dessen Macht es steht, die biblische Prophezeiung aufzuhalten – und an seiner Seite steht nur der fünfte Erzengel, von dessen Existenz bisher nicht einmal die Kirche wusste.
Kritik: Die fünfte Folge der Serie Die schwarze Stunde hätte ich mir als Hörspiel gewünscht, ganz einfach, weil die Geschichte es verdient hätte. Eine Straffung der Handlung, ein dramatischer Score und Sprecher mit leichtem Hang zum Overacting hätten die apokalyptische Erzählung sicherlich kongenial umgesetzt.
Jörg Karrenbrock scheitert hier leider, auch wenn er von der Stimme an sich geeignet für den Job scheint. Aber es gelingt ihm schlicht nicht, jeder Figur einen eigenen Charakter zu verleihen. Manchmal ziehen seine Schilderungen auch schlicht an einem vorbei, so dass man sich gerade zu Beginn immer wieder dabei ertappt, dass man nicht konzentriert zuhört.
Ein weiteres Problem liegt auch in der musikalischen Untermalung. Die düstere Musik, die mich ein wenig an den Soundtrack eines Hitchcock-Thrillers erinnert hat, wird viel zu früh eingesetzt. Die damit geschaffene Atmosphäre hätte aber frühestens nach dem ersten Viertel einsetzen dürfen. Man nimmt so einiges an Überraschung vorweg.
Den Kritikpunkten zum Trotz fand ich die anfangs etwas wirre Erzählung von Minute zu Minute spannender bis zum packenden Finale. Da stimmt dann auch alles: Musik, Atmosphäre und auch Sprechereinsatz. Und wenn man zwischendurch immer etwas am Hörbuch gezweifelt hat, so reicht der Inhalt alleine aber schon aus, dass man es zu gegebener Zeit noch einmal einlegen wird. Oder vielleicht auch einfach einmal zum Buch von Andreas Gruber greift.