Inhalt: Nur mit knapper Not sind Adam Salton und Nathaniel de Salis der unbarmherzigen Arabella March nach Indien entkommen. In Bombay treffen sie auf eine alte Bekannte Nathaniels - Helena Blavatsky, die Begründerin der Theosophischen Gesellschaft. Die geheimnisvolle Frau und Nathaniel scheint ein Geheimnis zu einen – das Wissen um den Heiligen Speer – den Artefakt, das Adam nach wie vor verschlossen bleibt. Als sich aber in den geheimen Tunneln der Parsen ein schwerwiegender Unfall ereignet, ist es an Adam, das Schlimmste zu verhindern. Ihm bleibt nur noch wenig Zeit - doch die Zeit ist nur ein Gefäß…
Nachdem man sich bereits mit dem zweiten Teil dieser Reihe von der im ersten Teil verwendeten Bram Stoker Storyline emanzipiert hat, steht man spätestens mit „Weißes Gold“, dem dritten Teil der „Die schwarze Sonne“ – Reihe endgültig auf eigenen Füßen. Immer tiefer tauchen die beiden Okkultismus-Detektive Adam Salton und Nathaniel de Salis in den Kult der schwarzen Sonne ein und decken im dritten Teil Verbindungen desselben in die Strukturen des dritten Reiches auf. Dabei führen ihre investigativen Tätigkeiten auf die Spur von solch prominenten Zeitgenossen wie Helena Blavatsky, der Begründerin der Theosophie und Wurzelrassenlehre, oder auch Heinrich Himmler. Okkultismus im dritten Reich ist ein weites und komplexes Thema, das Hörspielautor Günther Merlau mit vorliegendem Hörspiel nun noch um eine weitere Nuance angereichert haben dürfte. Die Komplexität des vorliegenden Stoffes hat allerdings zur Folge, dass vorliegende Reihe nicht unbedingt das bietet, was man leicht verdauliche Kost nennen würde. Hier ist der Hörer gefordert, mindestens genau und aufmerksam dem Hörspiel zu lauschen, und auch eine gewisse Vorbildung in der Thematik oder zumindest eine gute Allgemeinbildung sind hier von Vorteil.
Produktionstechnisch steht der dritte Teil der Serie in nichts der Geschichte nach, aber das war auch irgendwo zu erwarten, weil man eigentlich allen Lausch – Produktionen eine gewisse Reifung von Folge zu Folge anmerkt. Und so wird auch hier nicht an ausdrucksstarken Sprechern gespart und die musikalische Untermalung in Verbindung mit punktgenau gesetzten Soundeffekten harmonieren blendend mit den in der Geschichte aufgebauten Spannungsbögen.
Fazit: „Weißes Gold“ steht den beiden ersten Teilen in nichts nach, was die Story und ihre Umsetzung angeht. Auch hier steigert sich die Spannung immer weiter, ohne dass man jetzt schon einen Höhepunkt derselben absehen könnten, und der Hörer wird am Ende dieser Folge vor allem mit schwerem Verlangen nach der nächsten Folge zurück gelassen. Man wird sehen, was dann in „Veil“ passieren wird, aber Spielorte wie die Wewelsburg zu Paderborn und Tibet versprechen bereits jetzt einiges an Spannung. 11 Punkte!
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