Seit ihrem extrem erfolgreichen 1991er Debütalbum „Das Leben ist grausam“ und den darauf vertretenen Hits „Millionär“, „Mann im Mond“ und „Gabi und Klaus“ gelten sie als Vorreiter einer neuen A-Capella-Pop Welle, wie sie Deutschland seit den Comedian Harmonists nicht mehr erlebt haben dürften.
In den Folgejahren veröffentlichten Die Prinzen mit schöner Regelmäßigkeit weitere Alben und wandelten sich dabei vom reinen Sprachgesang immer mehr zu einer Pop-Band, bei der zwar weiterhin die Stimme im Vordergrund steht, bei der man sich aber auch nicht scheute, im Bereich der instrumentalen Unterlegung des Gesangs einige Gänge mehr ins Getriebe zu werfen. Jetzt steht mit „Die neuen Männer“ der neuste Silberling der Herren in den Plattenregalen der Republik, was Fans der Truppe freuen dürfte, zumal man hier altbewährtes und wenig experimentelles vorfindet. Das bedeutet im Klartext, dass man sich wieder einmal auf schöne Harmonien mit kritisch bissigen Texten garniert freuen darf, die zum einen gut ins Ohr gehen und zum anderen zum schmunzelnden Nachdenken anregen. Zwar finde ich den Opener, das an den Albumtitel angelehnte „Frauen sind die neuen Männer“, noch etwas zu platt und zu vorhersehbar, aber im Verlauf der Platte hat man spätestens mit „Leben strengt an“, „Nie wieder Liebeslieder“ und vor allem „Be cool speak Deutsch“ ein paar echte Schmankerl im Programm.
Fazit: Alles beim Alten kann man sagen und man muss hinzufügen, im Falle von Die Prinzen ist das auch gut so, denn so kann man als Fan der Truppe auch bei „Die neuen Männer“ wieder einmal unbesorgt zuschlagen. Wer bisher noch nicht mit den Herren in Berührung kam, dem sei aber als Einstiegswerk nach wie vor das Debüt angeraten, bevor man sich am aktuellen Release versucht. 9 Punkte!
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