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Dido: Safe Trip Home

(Sony BMG)

Autor: schlimm / Wertung: 7,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Eine halbes Jahrzehnt ist mittlerweile vergangen, seit Dido die Welt mir ihrem zweiten Album beglückte. Eine verdammt lange Pause! In der heutigen schnelllebigen Zeit kommt dies im Musikgeschäft ja fast einem kommerziellen Selbstmord gleich. Wie schnell ist da eine ganze Zielgruppe weg gebrochen? Neue Trends entwickeln sich. Gut so, Dido! Nicht den gefährlichen Ritt auf der Rasierklinge zu reiten und irgendwelche Schnellschüsse auf den Markt zu schmeißen Was zählen sollte ist die Musik und wenn es eben fünf Jahre dauert – aus welchen Gründen auch immer – dann sollte man sich diese Zeit auch nehmen!

„Safe Trip Home“ ist nun das dritte Album von Dido und manches ist doch anders. Die erste Single „Don´t Believe In Love“ läuft mittlerweile ja im Radio rauf und runter. Die Nummer hat sicher alles, was man eben von Dido erwartet und doch ist sie irgendwie anders. Stiller, ausgereifter und unter dem Popgewand schlummert regelrecht ein Singer- und Songwritergewand. „Quiet Times“ ist in ähnlichem Fahrwasser angesiedelt und kommt noch eine Spur reduzierter daher. „Never Want To Say It´s Love“ gefällt anschließend mit einer schönen Basslinie. Was jetzt schon auffällt: Weniger TripHop, mehr Instrumentierung.

Dido wird nie die beste Sängerin werden und mit einer voluminösen Stimme ist sie auch nicht ausgestattet. Trotzdem hat sie das Besondere! Widererkennungswert ist das Stichwort. Manche mögen es leiernd und nervig finden, andere lassen sich einfach nur verzaubern. Die Wahrheit liegt vermutlich – wie immer – in der Mitte. „Grafton Street“ hat unter diesem Aspekt die komplette Bandbreite zu bieten. Auch der musikalische Aufbau und Spannungsbogen ist absolut gelungen. Über sechs Minuten durchläuft der Song verschiedene Phasen und entwickelt sich zu einem der Herzstücke des Albums. Der Folkpop „It Comes And It Goes“ und das leise Stück „Look No Further“ - mit dezenten Pianopassagen – passen sich anschließend der Jahreszeit an. Depression würde sich breit machen, wäre da nicht der Wohlfühlfaktor den Dido mit ihrer Stimme vermittelt.

Danach hat die Scheibe einen kleinen Hänger bzw. werden die Tracks etwas beliebig und austauschbar. Spätestens bei „Burnin Love“ und dem schon experimentellen neunminütigen Rausschmeißer „Norther Skies“ ist aber alles wieder gut!

Fazit: Dido überrascht mit „Safe Trip Home“! Die alten Zutaten sind zwar immer noch da, aber ihre Musik ist bei weitem nicht mehr so poppig wie noch vor fünf Jahren. Dido hat sich vielmehr zu einer richtigen Songwriterin entwickelt, die trotzdem ein offenes Ohr für das ein oder andere kleine Experiment hat. Ihre Stimme verleiht dem Ganzen natürlich den typischen Dido Stempel und wer damit bisher nichts anfangen konnte, der solle um das Album einen großen Bogen machen. Alle anderen sollten hier wieder zugreifen und der Songwriterin Dido zuhören!

http://www.didomusic.com/gb/home

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