Rezensionen > Musik

Debbie rockt!: Egal was ist…

Autor: Katze / Wertung: 8.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Debbie rockt - Egal was istMit der Besprechung zu einer Platte wie „Egal was es ist…“ von der All Girls Band Debbie rockt! kann man sich als rezensierender Redakteur ja prinzipiell eigentlich nur den Hintern eintunken. Reißt man das Teil als trendige Anbiederei ab, dann hagelt es Beschimpfungen von sämtlichen Teenies der Republik, und behauptet man, die Platte sei cool, dann kann man sicher sein, in Zukunft von den gleich alten Freunden und Kollegen ausgelacht und schlimmstenfalls nie mehr ernst genommen zu werden. Aber ich bin bereit mannhaft eines der beiden oben erwähnten Schicksale zu ertragen…

Zuerst einmal die (leich subjektiv eingefärbten) Facts: Die fünf Mädels zwischen 16 und 19 Jahren aus Reutlingen bieten auf ihrem Erstling insgesamt zwölf Songs in der Schnittmenge aus Pop Punk und leicht verdaulicher Rockmusik. Von der Gesangssprache her konnte man sich auf Deutsch einigen und präsentiert Texte, die sich irgendwo im Spektrum zwischen aufgeplusterter Teenie – Rebellion, erster bis dritter Verliebtheit und vorhersehbarer Backfisch – Frechheit bewegen. Texte, mit denen ich persönlich als Mittdreißiger ehrlich gesagt nur noch sehr wenig bis gar nichts anfangen kann, die den Mädels aber scheinbar sehr wichtig sind, denn immerhin hat man sich seitens der Band im der CD beigelegten Waschzettel die Mühe gemacht, das Album Track-by-Track zu kommentieren, und die letzten Endes gewiss bei der Hauptzielgruppe dieser Combo, die ich mal im jüngeren Teenie-Spektrum vermuten würde, gut fruchten werden. Aber auch wenn man wie ich mit den Texten nichts anfangen kann, steht hinter dem Ganzen ja immer noch die Mucke, die man für ein Debüt als durchaus unterhaltsam und größtenteils gelungen bezeichnen kann. Wirklich aufregend und spannend ist zumindest für mich was anderes, aber die Songs versprühen doch wirklich gute Laune und ein überwiegend positives Lebensgefühl. Neben dem eigenen Material hat man sich für vorliegende Platte mit „Schneestürme“ an ein Normahl – Cover herangewagt, dass recht ordentlich ausgefallen ist, besser auf jeden Fall als das Falco – Cover zu „Nie mehr Schule“, das man der Single-Auskopplung zu „Popp Song“ beigelegt hat. Das tut einem Kind der 80er wie mir in den Ohren schon arg weh…Sorry!

Fazit: My Cup of Tea ist es nicht wirklich und wird es auch nie werden, aber immerhin konnte ich mir zur Rezension problemlos mehrere Durchläufe von „Egal was ist…“ geben – das erhebt Debbie rockt! Damit schon deutlich über Formationen wie Tokio Hotel, bei denen mir bereits nach einem halben Song die Ohren schmerzhaft bluten würden. Aber wie gesagt, ich bin kurz vor dem Mumifizieren und wer gut zwanzig Jahre weniger als ich auf dem Buckel hat, der wird bei den Mädels unter Umständen sein nächses ganz großes musikalisches Highlight finden und künftig bei dieser Platte wahlweise seinen schmerzhaften Liebeskummer ins unermessliche steigern, auf Parties zu ihren Songs lauthals mitgröhlen oder gar eine Revolution gegen das Establishment ausrufen. Jedem das seine, von mir auf jeden Fall möglichst objektive 8½ Popp-Sternchen!

Homepage Debbie rockt!

No Comments »

No comments yet.

RSS feed for comments on this post.

Leave a comment

Weitere Artikel des Autors

Aktuelle News

Aktuelle Artikel

Navigation


© Dirk Janßen, Webdesign, Webanwendungen & Content Management Systeme.

Sound Base Online Magazin Powered by WordPress - Inhaltsverzeichnis