Deadlock sind der Beweis dafür, dass man auch ohne Fleischgenuss genügend Biss entwickeln kann. Denn der Sechser aus dem Süden von Deutschland legt mit Manifesto ein Meisterstück modernen Metals ab, dessen Mischung aus Death-, Black- und Gothic Metal auf den ersten Blick nicht unbedingt neu, aber dafür äußerst homogen wirkt.
Natürlich erinnert man sich bei Sängerin Sabine an The Gathering oder denkt man beim Übergang vom Intro The Moribund Choir vs. the Trumpets of Armageddon zum ersten Kracher Martyr to Science an die Norweger The Kovenant. Aber im Verlauf von Manifesto entwickelt die Band erfreulicherweise immer mehr ein eigenes Profil, was sich vor allem in ihrem Mut zum Experimentieren festigt.
Beleg hierfür dürfte das Einbinden von untypischen Elementen wie dem Hip Hop-Part beim fünften Song Deathrace oder dem Saxophon in Fire at Will sein. Und der Mut wird belohnt, da die Nummern nicht nur hängen bleiben, sondern die Musik selber auch um eine neue Dimension bereichern.
Dass Deadlock diese Experimente aber eigentlich nicht unbedingt benötigt, um eine starke Platte abzulegen, unterstreichen zahlreiche Highlights auf Manifesto, die sich - auch untypisch - in der zweiten Hälfte finden. Angeführt werden müssen hier vor allem die mit saugeilen Melodien versehenen Nummern Seal Slayer und Dying Breed.
Fazit: Manifesto ist vielleicht zu Beginn eine unbequeme Platte, die nicht direkt ins Ohr wandert. Dafür riskiert die Band hier einfach zu viel. Aber es ist definitiv eine dieser Platten, die mit jedem Hören wächst, ja, man kann sagen „ans Herz wächst“, und nachhaltig wirkt. Die überflüssige Coverversion von Temple of Love (Sisters of Mercy) hätte man sich allerdings schenken können. Ansonsten alles richtig gemacht!