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David Bowie: iSELECT

(EMI)

Autor: schlimm / Wertung: 8 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Zusammenstellungen gibt es mittlerweile so einige von David Bowie. So ein Konzept ist ja meist recht klar und eng ausgelegt. Man packt halt das Beste und die Hits auf ein Album und fertig ist die ganze Wundertüte. Über Sinn und Unsinn kann man bei derartigen Geschichten sowieso immer streiten. Bei dem vorliegenden Projekt liegt der Fall etwas anders. Die Kollektion war zu Beginn des Jahres schon exklusiv in England und Irland als Beilage der „Mail On Sunday“ erschienen. Anscheinend war die Nachfrage derart groß, dass man sich nun entschieden hat das Album auch ganz normal zugänglich zu machen. Seine Besonderheit erhält das Album allerdings dadurch, der Titel lässt es schon erahnen, dass Herr Bowie die zwölf Song höchstpersönlich selbst ausgewählt hat.

Als Orientierungspunkt hat er eben nicht die üblichen Verdächtigen genommen, sondern die Songs, die er zu hören niemals müde wird. Der Meister hat also seine persönlichen Lieblinge ausgewählt. Zwölf Songs also, die aus Sicht des Künstlers als perfekt zu erachten sind. Fans dürften hier Augen und Ohren machen, wenn sie feststellen, dass Bowie hier ein gänzlich anderes Repertoire, als zu erwarten war, zusammengestellt hat. Aber Bowie wäre eben auch nicht Bowie, wenn er nicht immer wieder überraschen würde und sei es nur bei der puren Auswahl der einzelnen Songs.

Dass die ganze Geschichte dann doch wieder aus dem Einheitsbrei ähnlich gelagerten Alben heraus sticht ist ausgerechnet dem Booklet zu verdanken. Jeder einzelne Track wird hier nämlich von Bowie kommentiert. So erfährt man als Hörer und Leser nicht nur die Sichtweise von Bowie, sondern erhält auch noch Einblicke in die Entstehungsgeschichte. Wer hätte gedacht, dass ein Monument wie „Life On Mars?“ für Bowie eine einfache und leichte Übung gewesen ist? Oder dass Bowie „Lady Grinning Soul“ für ein junges, hübsches Mädchen geschrieben hat und da er dieses seit dreißig Jahren nicht mehr gesehen hat, ist dies in seinen Gedanken immer noch in den Zwanzigern.

Auch auf dieser Zusammenstellung gibt es einen exklusiven Song, da unterscheidet diese sich nicht von anderen. „Some Are“ ist eine fast depressive und sphärische Nummer, die er in den Siebzigern zusammen mit Brian Eno geschrieben hat. Bowie selber meint, dass hier echter Weltschmerz vertont wurde – wie recht er doch hat. Schon alleine dieser Track rechtfertigt „iSELECT“! „Teenage Wildlife“ von „Scary Monsters“ ist einer von Bowies Lieblingssongs. Auch, wenn die Nummer beim breiten Publikum nur mäßig bekannt sein dürfte, ist auch dies ein herausragendes Stück aus seiner Feder. Wie sich hier die Gitarren duellieren ist schon eine Schau für sich! Neben den eher seltenen und vergessenen Songs gibt es im hinteren Teil mit „Loving The Alien“ einen weiteren bekannten Hit zu hören. „Time Will Crawl“ liegt in einem gänzlich neuen und hörenswerten Mix vor. Bowie würde sowieso am liebsten das dazugehörige Album „Never Let Me Down“ neu aufnehmen bzw. mixen. Den Abschluss bildet dann „Hang On To Yourself“ in der Liveversion von Santa Monica 1972. Bowie möchte hier trotz aller Unzulänglichkeiten den Stolz und die Begeisterung dieser Ära wiedergeben – ist ihm vollauf gelungen!

Fazit: „iSELECT“ ist ein Fest für Jäger und Sammler. Neben dem exklusiven „Some Are“ und dem neuen Mix von „Time Will Crawl“ kann man die Songs aufgrund der Anmerkungen von David Bowie ganz neu erleben! Alle anderen dürfen hier einen Künstler abseits der bekannten Hits erleben. Über Sinn und Unsinn kann man, wie eingangs erwähnt, sicher wieder streiten – die Songs und das Gesamtwerk von Bowie sind allerdings über jeden Zweifel erhaben!

http://www.davidbowie.com

 

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