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Dave Stewart & His Rock Fabulous Orchestra: Songbook Volume 1

(Surfdog/Sony BMG)

Autor: schlimm / Wertung: 9 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher 1 Kommentar

Dave Stewart konnte für sein neues Album aus hunderten von Songs auswählen. Sicherlich eine stattliche Anzahl, allerdings relativiert sich die Geschichte etwas, denn es handelt sich hierbei nicht um neue Kompositionen, sondern um den eigenen Backkatalog. „Songbook Volume 1“ ist aber keine schlichte Aneinanderreihung seiner größten Hits. Hier wurden 21 seiner liebsten Kollarborationen in rockenden Symphonieversionen gänzlich neu eingespielt.

Für die vorliegende Doppel-CD wählte der Eurythmics-Vordenker die Nummern aus, die vielleicht schon immer Streicher im Arrangement hatten oder sich zumindest bestens für eine Umsetzung mit einem Orchester eigneten. Zur musikalischen Umsetzung hat er mit der Band „Rock Fabulous“ neue Mitstreiter am Start. Ausgewählt wurden diese von ihm und Michael Bradford, der sich Musical Director der Band nennen darf. Bradford schrieb auch gleich die neuen Arrangements. Neben dem Orchester wurden mit Randy Cook hinter der Schießbude, Jeff Paris am Keyboard, der Sängerin Amy Keys, der singenden Keyboarderin Dana Glover und der singenden Geigerin Caitlin Evanson kongeniale Partner für dieses einzigartige Songbook gefunden.

Die Idee selber ist ja nun alles andere als neu und ähnliche Vorgehensweisen hat es schon sehr viele gegeben. Wenn man „Songbook Volume 1“ allerdings näher unter die Lupe nimmt, wird man schnell feststellen, dass der Tausendsassa Stewart hier wesentlich mehr gemacht hat, als seine Hits mit einem Orchester aufzunehmen. Unter den 21 Tracks befinden sich ja auch eine Menge Songs, die ursprünglich von einem ganz anderen Sänger interpretiert wurden. „Don´t Come Around Here No More“ ist ja insbesondere durch den näselnden Gesang von Tom Petty bekannt. In der hier vorliegenden Bearbeitung durchweht die Nummer ein ganz anderer Charakter und entwickelt sich nach hinten raus sogar zum kleinen Rocker. „American Prayer“ ist in dieser Version sogar eine Premiere. Bisher gab es diese Nummer offiziell auf einem Tonträger nur in der Liveversion mit Bono und The Edge von U2, Beyonce und eben Dave Stewart vom 46664 Konzert in 2003. In dieser langen Version wird noch mal eine ganz andere Wirkung erzielt.

Natürlich darf auch „Lily Was Here“, welches Stewart seinerzeit zusammen mit Candy Dulfer eingespielt hat, nicht fehlen. Die Neubearbeitung orientiert sich sehr nahe am Original – zum Glück! Die Überhits der Eurythmics sind natürlich auch enthalten. „Sweet Dreams (Are Made Of This)“ ist zwar nett, reicht an die eigentliche Version nicht heran. „Here Comes The Rain Again“ allerdings kann noch ein paar neue Facetten dem Song hinzufügen. „Taking Chances“ von Celine Dion dürfte ja allen noch im Ohr sein. Ist die Interpretation der Kanadierin nicht nur furchtbar, sondern regelrecht nervtötend, gewinnt die auf „Songbook Volume 1“ dezent vorgetragene, halbakustische Version regelrecht an Kontur und Form.

CD2 beginnt mit einer druckvollen Interpretation von „Missionary Man“ und erscheint fast besser als die Eurythmics-Aufnahme. „Greetings From The Gutter“, einer der Soloerfolge von Dave Stewart, war auch schon auf seinem gleichnamigen Solowerk perfekt und so konnte diese Neuinterpretation hier nur verlieren. Gerne erinnert man sich auch an „Stay“ von den Shakespear´s Sister“ zurück. Das Duo kennt zwar heute keiner mehr, umso schöner, dass es der Song auch auf das Songbook geschafft hat und ebenso be- und verzaubert. Dave Stewart ist ja ebenso als Gitarrist ein gefragter Mann und dieses Können stellt er bei „Stay“ noch mal nachhaltig unter Beweis. Alles in allem ist auch CD2 eine sehr gelungene Sache!

Dave Stewart hat neben der Doppel-CD auch noch ein Buch zusammengestellt. Die Geschichten hinter den einzelnen Songs, Hintergründe, Anekdoten, Noten und viele Bilder werden hier sehr liebevoll aufbereitet und runden das Gesamtpaket „The Dave Stewart Songbook“ sehr schön ab!

Fazit: „Songbook Volume 1“ ist eine sehr liebevolle Arbeit von Dave Stewart und seinen Mitstreitern. Man merkt, dass dies eine Herzensangelegenheit ist und darf sich jetzt schon auf die Konzerte, die in dieser Konstellation stattfinden, freuen. Behutsam wurden die Songs neu interpretiert, meist recht überzeugend. Zudem bekommt man hier einen guten Überblick über das Schaffen von Dave Stewart und es ist fast schon erstaunlich für wie viele Hits er verantwortlich ist und mit was für unterschiedlichen Künstlern er schon gearbeitet hat.

http://www.davestewart.com

1 Comment »

  1. Die Doppel-CD und das Buch sind Perlen der Pop-Geschichte der letzten Jahrzehnte, ein Galerie großer Kunstwerke, geschmackvoll zusammen gestellt.

    Es lohnt sich zu Buch und CD auch ein Besuch auf der Dave Stewart Songbook Website http://www.TheDaveStewartSongbook.com

    Rock on, Mr Stewart!

    Comment by fan — August 20, 2008 @ 10:02 pm

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