Nachdem sich Cyndi Lauper 2006 auf “The Body Acoustic” mit Akustik-Versionen ihrer größten Hits wieder angenehm ins musikalische Gespräch gebracht hat, versucht sie nun den nächsten großen Schritt. Nach insgesamt elf langen Jahren veröffentlicht sie unter dem Titel „Bring Ya to the Brink“ endlich wieder ein Album mit nagelneuen Eigenkompositionen.
Wer so lange weg vom Fenster war, zumindest bezogen auf das Veröffentlichen von neuem Material, der hat bei allem Risiko meist einen entscheidenden Vorteil: Die musikalische Vergangenheit ist oftmals so weit entrückt, dass man sich stilistisch austoben und ruhig einmal in neue Gewässer wagen darf. Und genau das tut Frau Lauper auf dem aktuellen Release und gibt sich in ihren zwölf neuen Songs mächtig tanzbar im stampfenden Discosound und hofft damit sicherlich, ihre Fans zum rhythmischen Schwoof auf die Tanzflächen der Discotempel dieser Welt locken zu können. Ob ihr dies wirklich gelingen wird, bleibt abzuwarten, aber zumindest mir fehlt ein wenig der Glaube, denn ich bin alles in allem eher enttäuscht als erfreut über diese Platte. Natürlich kommt die Gute mit sattem Sound und guten Grooves daher, aber insgesamt wirkt sie mit dieser Art der Mucke zum einen zu synthetisch, und zum anderen wird man das ungute Gefühl nicht los, dass sie sich krampfhaft an die Trends anzubiedern, die Pop-Ikonen wie beispielsweise Madonna, Kylie und Co der Popwelt eigenartigerweise immer wieder als das alleinige Allheilmittel verkaufen können. Spricht ja eigentlich auch nichts dagegen, sich in dieser Ecke zu versuchen, aber ich persönlich hätte von Cyndi Lauper einfach mehr eigenen Charakter erwartet, vor allem wenn ich an die ganz großen Titel ihrer Karriere erinnere, die nur deshalb so großartig waren, weil Frau Lauper sie in ihrem sowohl einzig- wie auch bisweilen eigenartigen Stil vorgetragen hat. Einzig die Titel „Grab A Hold“ und „Rain On Me“ lassen auf vorliegender Scheibe noch einmal kurz nostalgischen Glanz aufblitzen und präsentieren die Sängerin ansatzweise so, wie ich sie mir über die komplette Albumlänge gewünscht hätte.
Fazit: Vielleicht gehöre ich zu den ewig gestrigen, aber ein bisserl mehr alter Staub hätte „Bring Ya to the Brink“ in meinen Ohren durchaus gut getan und ich bin von diesem Album definitiv ziemlich enttäuscht. Dennoch ist die Platte vom Sound und den Beats her zum Abtanzen in diversen Discotempeln sicherlich nicht die schlechteste einer, weswegen sich an dieser Stelle angesprochene Zielgruppen ruhig einmal mit dem aktuellen Werk von Cyndi Lauper auseinandersetzen sollten.
Weil’s aber einfach nicht mein Cup of Tea ist, ich aber trotzdem fair gegenüber der Künstlerin bleiben will, enthalte ich mich hier einmal einer Wertung nach Punkten.
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