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Customs: Enter The Characters
(Noisesome/EMI)


Autor: schlimm / Wertung: 7,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Die Belgier von Customs haben vor gut und gerne einem Jahr ist erstes(!) Konzert gespielt und klingen schon wie die ganz Großen – zumindest auf Platte. Ihr Debütalbum „Enter The Characters“ dürfte noch für das eine oder andere Aha-Erlebnis gut sein, entsprechende Promotion vorausgesetzt. In ihrem Heimatland sieht es da schon ganz gut aus, denn Dank der Webseite Vi.be und des Senders Studio Brussels war die Starthilfe schon ganz ordentlich. In erster Linie können sie sich da natürlich bei sich selber bedanken und bei den Fans, die letztlich nicht müde wurden, sie ins Radioprogramm zu wählen.

Die Songs von „Enter The Charakters“ sind ganz in der Tradition von Joy Division, New Order und The Cure anzusiedeln. Auch die Editors und Interpol kommen einem da in den Sinn. Eine ganz besondere Nähe ist sogar zu den Kollegen von Moke und deren Erstlingswerk „Shoreland“ zu erkennen. Es gibt sicher weitaus schlechtere Referenzen und auch von den Arrangements und der Produktionsseite brauchen sich die Jungs von Customs ganz sicher nicht zu verstecken!

Nach dem Intro „Enter“ folgt mit „The Matador“ eine Nummer, die gleich Appetit auf mehr macht. Teilweise nur vom Bass getragen peitscht der Track zum Refrain gar in Richtung Hymne. „Justine“ legt sogar noch mal zu und „Tonight We All Stand Out“ klingt dann sogar wie ein Zusammenschnitt oben genannter Bands. Die Gesangsstimme fährt einem auch durch Mark und Bein und gerade „Where The Moon Spends His Days“ mit dieser düsteren Aura und dieser beeindruckenden atmosphärischen Dichte überzeugt. Für sich genommen ist sogar jeder Track besonders gelungen. Trotzdem haben Nummern wie „Violence“ oder „We Are Ghosts“ mit dem Problem von mangelnder Eigenständigkeit zu kämpfen und über die komplette Distanz eines Albums wird es dann etwas eintönig. Auf der anderen Seite gibt es eben auch den berühmt und berüchtigten roten Faden!

Fazit: „Enter The Characters“ der Customs aus Belgien ist ein äußerst interessantes Album, welches stark an alte Helden wie Joy Division oder The Cure erinnert. Vor der neuen Generation wie den Editors, Interpol oder Moke brauchen sie die Jungs auch nicht zu verstecken, wenngleich sie auch noch nicht aus deren Schatten treten können. Für ein Debütalbum ist das aber sehr ordentlich und man kann nur hoffen, dass die Band dran bleibt und weiterhin Musik aufnehmen wird!

http://www.myspace.com/customstheband

Hier die Tourdaten in Deutschland:
23.09.2010 – Gebäude 9 (Köln) | live
24.09.2010 – Reeperbahnfestival (Hamburg) | live
25.09.2010 – Comet Club (Berlin) | live

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