Ließen es die Jungs von Counting Crows in den letzten Jahren eher ruhiger angehen, so kommen sie um so kräftiger, zumindest im ersten Teil der aktuellen Scheibe, zurück aus der Ruhepause.
Mit „Saturday Nights & Sunday Mornings“ lassen es die Herrschaften ordentlich krachen; dass es aber auch zarter, gefühlvoller und besonders akustischer von statten gehen kann, beweisen sie im zweiten Teil. Eine CD für Rocker und eine für Folker – ein zweifellos gewagter Einfall.
Hören wir uns mal in „Saturday Nights“ rein. Mit „1492“ scheppert es schon zu Beginn ordentlich aus den Boxen. Kraftvolle Gitarrenriffs, wütendes Schlagzeug und düsterer Gesang, „Hanging Tree“ färbt sich ähnlich. Mit der dritten Nummer „Los Angeles“ rocken wir straighter ala Rolling Stones oder den Black Crowes durchs Wohnzimmer. Ausdrucksstarke Chords und ungehaltene Lyrics – mit expressiver Stimme aus dem Munde Adam Duritz.
Klarer und verspielter kommt „Sunday“ daher. Es klingt ein Hauch nach Joe Jackson – der Song ist ´ne Singleauskopplung wert.
Mehr Gas geben dann wieder die beiden noch verbleibenden Songs im quasi ersten Teil der CD „Insignificant“ und „Cowboys“. Eine Mischung aus wuchtigen Gefühlen und coolem Gitarrenrock. Zu erwähnen wäre noch der Produzent des ersten Teils – kein geringerer als Gil Norton, der sich schon bei den Foo Fighters ordentlich austoben durfte.
„Washington Square“ läutet den zweiten Teil der CD ein – Sunday Mornings.
Es wird melancholischer und emotionaler. Akustikgitarre paart sich mit Mundharmonika. Mit „On Almost Any Sunday Morning“ und „When I Dream Of Michelangelo“ dreht sich der Rocksongzyklus weiter ums heuchlerische und düstere Leben. Adam Duritz markante Stimme setzt sich im Hirn fest. Zwei weitere Songs versprühen ein emotional geladenes Lebensbild - „Le Ballet Dor“ und „On A Tuesday In Amsterdam Long Ago“.
Fazit: Die Zeiten von „Mr. Jones“ sind abgehakt. Nett war gestern. Schnörkellose Rocksongs und lässige Gitarrenriffs schwinden und machen Platz für rare emotionale Leidenschaften.
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