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Circle Of Grin, 18.02.2005 - 26, Tourtagebuch, „Same As It Never Was” - Tour

Autor: SBG / Kommentare: Bisher keine

Bild von Circle Of Grin[ freitag 18.02.2005 // darmstadt // steinbruch Cafe ] Endlich! Alles ist vorbereitet; Der Schlafsack gebügelt, die Unterhosen abgezählt, der Kulturbeutel bestückt und der Nachbarin das Wasserbedürfnis der Kakteensammlung erläutert. Nun kann es losgehen, auf Tour mit Circle of Grin! Angesetzt sind 16 Tourtage durch Deutschland, Österreich und Holland, so viele Termine am Stück haben wir noch nie absolviert. Am Freitagmittag um 13 Uhr treffen wir uns am Proberaum. Die erste und große Herausforderung ist es, das gesamte Equipment, d.h. die Backline, bestehend aus dem Schlagzeug, 2 Gitarrenverstärkern, einer Bassanlage, 2 Bässen und 4 Gitarren, dazu 2 große Merchandise-Kisten, Bühnenbanner, 6 Schlafsäcke und 6 Taschen in einen handelsüblichen Ford Transit so einzuladen, dass nach Möglichkeit die Band und unser wunderbarer Techniker/Mischer Werner noch Platz in der Kajüte finden. Das ist 3-D-Tetris auf höchstem Niveau! Als wir gerade fertig sind, erreicht uns André als letztes Bandmitglied. Leicht verschwitzt und durch mit den Nerven kommt er direkt von der Arbeit, wo er heute noch mal richtig reinklotzen musste. Dann kann’s ja losgehen! Hurra! Mit einem Ächzen setzt sich das treue Bandgefährt in Bewegung. Die Karre hat Ihr zulässiges Gesamtgewicht sicher locker überschritten, macht aber bis auf eine hintere Stossstange in absoluter Bodennähe einen soliden Eindruck. Gegen 17 h erreichen wir das verschneite Darmstadt und entern den hiesigen Club, das Steinbruch-Theater. Nachdem wir uns eine Weile umgesehen und die Plakate vergangener Acts bestaunt haben, die schon hier gespielt haben (The Wailers, Eric Burdon – unglaublich!), laden wir den Bus aus und machen uns an den Soundcheck. Kurz nach uns treffen auch Elmar und Natascha ein, die sich extra für die Tour Urlaub genommen haben und die gesamte Tour mitfahren wollen. Was das neben geplanten 4.800 km Strecke für die beiden bedeutet wird nur klar, wenn man weiß, dass Elmar seit Jahren keinen Urlaub weg von der Heimat antrat, weil die Trennungsangst zu groß ist. Respekt, wir sind gespannt, wie lange die beiden durchhalten! Der Abend wird mit einer Grundlage aus Burritos mit 10 Zentnern Käsesauce eröffnet - ein ebenso leckeres wie lähmendes Gericht; noch während wie essen, werden die ersten Shirts an den Mann gebracht und signiert…so kann es weitergehen. Als erste Band überzeugen Silent Decay (www.silentdecay.de) mit guter Show, bevor Naca 7 (www.naca7.com) aus Österreich Gas geben. Als wir auf die Bühne gehen ist der Laden mit rund 250 Mann gut gefüllt, so dass wir die Tour dann um 24 h hoch motiviert eröffnen. Leider plagen André diesen Abend massive Gitarrenprobleme. Schon im ersten Song reißen ihm auf seiner ersten Gitarre diverse Seiten, so dass er danach mit dem Ersatz arbeiten muss, der sich leider andauernd verstimmt, was dem Gig das Prädikat solide aber nicht wirklich spektakulär einbringt. Das Publikum besteht an diesem Abend zu großen Teilen aus amerikanischen GIs, die in der nahen Militärbasis stationiert sind. Manche kaufen sich eine CD mit der Bekundung „Danke, die nehme ich nächste Woche mit nach Afghanistan“ – au Backe! Nach diversen Bierchen im Club treten wir auf der Flucht vor grabbelnden Amerikanerinnen den späten Rückzug in das erste Hotel an, das wir uns auf einer Tour verdient haben. Ein super Gefühl, hätten wir da nicht für den kleinen Feueralarm um 5 h nachts im Hotel gesorgt, weil wir die Rauchmelder im Zimmer übersahen. Jan verschläft den Aufruhr souverän. Soviel zum Thema Sicherheit. [ samstag 19.02. // Aalen // Rock It ] Am nächsten Morgen bietet sich uns nach 4 ½ Stunden Schlaf ein surrealer Anblick: Neuschnee! Für uns als Kölner kaum zu fassen, haben wir doch das letzte Mal eine weiße Pracht solchen Ausmaßes in unserer Kindheit (oder vielleicht mal im Urlaub) bestaunen dürfen. Dennoch vermag dies unseren Kater nicht zu mildern und so überfallen wir zunächst den nahe gelegenen Aldi, wo wir uns mit Frühstücksutensilien en gros eindecken. Indes werden Werner und Jan nicht müde, uns mit Details über das exorbitante Hotelfrühstück zu versorgen, das bis auf die beiden alle verpasst haben. Bestückt mit einer Auswahl gekochter Ostereier mit Senf geht´s dann auf die Autobahn, wo wir verstrahlten Schnelldenker bereits nach 40 km merken, dass wir in die falsche Richtung fahren…macht nichts, Sprit kostet ja heutzutage nichts! Also noch mal zurück! Auf der Fahrt ins süddeutsche Aalen kommen mit Restalkohol geschwängertem Kleinhirn die ersten Zukunftsdiskussionen auf, etwa, ob der Nightliner in einem Jahr besser gekauft, geliehen oder geleast werden soll… genau! Im völlig verschneiten Aalen (muss man erwähnen, dass wir als topvorbereitete Tourprofis keine Winterreifen haben???) erwartet uns das Rock It, ein wirklich fetter Club mit ebensolcher Anlage. Dann das übliche Programm: Soundcheck, Essen einfahren (heute gab es das erste und, wie man sehen wird, nicht das letzte Mal Nudeln) und dann warten, bis wir dran sind. Um 21 h starten Runamok (www.runamok-rocks.de) mit gutem, lupenreinem Metal, der angesichts seiner Power aber augenscheinlich zu dieser noch recht frühen Zeit das Publikum noch etwas überfordert. Die Zuschauerresonanz am heutigen Tag ist beeindruckend. Der Laden ist mit über 350 Mann ausverkauft, was nicht zuletzt daran liegt, dass die Lokalmatadoren End of Green (www.endofgreen.de) als Headliner angesetzt sind. Wir dürfen von 22 bis 23 h auf die Bühne und freuen uns, als wir von Anfang an sehr freundlich empfangen werden. Eine Stunde und 5 durchgeschwitzte T-Shirts später bilden End of Green den würdigen Abschluss, deren Sänger mit seiner Stimme in Tiefen vordringt, dass selbst Ville Valo vor Neid der Kajal verlaufen dürfte. Unterkunft gewähren uns heute Tom von Undertow (www.undertow.de). Der eine oder andere von uns macht in der Nacht schon mal mit dem Gefühl: „Boden plus Schlafsack“ Bekanntschaft und man wird sich noch näher kennen lernen. [ sonntag 20.02. // peissenberg // sowieso ] Nach einem fulminanten Frühstück mit allem PiPaPo, mit dem uns Tom nebst seiner wunderbare Freundin versorgt und das auf dem Rest der Tour nicht mehr zu toppen sein wird - auch nicht von einem Hotel - gondeln wir bis ins tiefste Bayern, wo in Peissenberg in unmittelbarer Nähe von München im Sowieso der nächste Gig ansteht. Bei unserer Ankunft dürfen wir abermals perfekte Pulverschneelandschaften bewundern und in einen Schneballkriegsschauplatz verwandeln, was für solche Matschwetterpiraten wie uns Kölner nach wie vor ein Erlebnis ist. Elmar und Natascha, die nun schon den dritten Tag folgen, sind bereits vor Ort. Heute treffen wir das erste Mal auf Eden Maine (www.edenmaine.com) aus England und Koroded (www.koroded.de) aus der Nähe von Köln, die uns die nächsten 3 Shows begleiten werden. Nach dem äußerst kargen Catering, das sich für die Letzten aus Nudeln mit Ketchup zusammensetzt, geben Eden Maine (Noise/Hardcore) als erste Band vor 3 zahlenden Gästen alles. Angeblich sind heute alle Leute in München beim Megadeth-Konzert, wohin sich übrigens auch unser Veranstalter verkrümelt hat, uns scheint aber eher, dass hier generell sonntags lieber Leberkäse, Obazda und Musikantenstadl der Vorzug gegenüber der von uns dargebrachten Rockware genossen wird. Wir reißen danach eine kurze, aber dennoch spassige Show ab. Auch Koroded lassen sich nicht irritieren und zocken mit vollem Einsatz, wobei Sänger Jan (ja, auch die haben einen) wie ein Derwisch ein Sofa zur Bühne umfunktioniert. Im Anschluss danach geht´s in ein kleines Land… äh… hotel, wo wir mit der Party-Fraktion von Koroded noch ordentlich bechern, bevor wir mit Matratzen verwöhnt werden, die den Körper zu 2/3 Schlucken. Obacht, wer hier auf der Seite schläft, muss ersticken! [montag 21.02. // frankfurt // the cave ] Schon um 9 Uhr morgens besteigen wir mehr oder weniger fit den Bus Richtung Frankfurt. Zum Abschied beschied uns die Hotelleitung übrigens, dass wir angesichts unserer nächtlichen Feier „goanz ungezog’ne Leits“ seien. Vielleicht war es nicht die beste Idee von denen, eine Rockband direkt über der eigenen, 75-jährigen Schwiegermutter einzuquartieren…oder war es Absicht in einem niederträchtigen Familienkrieg??? Mittlerweile sind wir begünstigt von den Viren, die Mischer Werner seit Tourbeginn noch grippegeschädigt mit vollen Händen verteilt, und anhaltenden Minustemperaturen eigentlich alle mehr oder weniger krank, so dass man langsam über den Kampf zum Spiel finden muss. Um 15 h erscheinen wir in Frankfurt zu unserem Termin bei der Fernsehsendung „Newcomer“ von Hessen 3, wo wir in freundlicher Atmosphäre ein Interview mit einer süßen Moderatorin geben dürfen. Gegen 17 h treffen wir wieder auf Koroded und Eden Maine im Club The Cave, einer urigen Höhle im Zentrum Frankfurts. Mit den wunderbar bekloppten Koroded werden sofort diverse Läppischkeiten ausgetauscht und so schaffen wir es, albern und unreif die Zeit totgeschlagen. Nach einem äußerst frugalen Schweinefraß (heute ausnahmsweise Nudeln, aber als Highlight mal ohne Sauce – welch kulinarischer Kniff!) schlagen wir als erste Band auf der Bühne auf. Die angereisten sehr sympathischen Redakteure von www.laut.de bekommen ein Privatkonzert im kleinen Kreis an diesem Montagabend vor rund 20 Mann. Auf die Nachfrage, warum die Plakate mit der Post zurück kamen und so wenig los sei, erläutert der neue Eigner des Clubs ungerührt, dass sie keine Werbung mehr für Konzerte machen würden, da der Laden nicht kommerziell werden wolle. Vielen Dank dafür, dass man die Bands bei derartiger Arbeitsverweigerung anreisen lässt. Vor dem Cave kann man nur warnen… Auch Eden Maine und Koroded geben trotz mäßigem Forum wieder alles. Die Übernachtung an diesem Abend bekommt ein Mal mehr das Gütesiegel „Punkrock“! Im Schlafsack auf dem Wohnzimmerteppich einer WG bekommen wir an einer Hand abzählbare Stunden Schlaf, da fühlt man sich gleich wie neu geboren! Trotzdem Danke an Oli! [ dienstag 22.02. // nürnberg // z-bau ] Unser Gastgeber muss um 9 h raus, so dass auch wir unsere müden Knochen durchzählen und uns in den Bus auf den Weg nach Nürnberg falten, nicht aber ohne vorher noch ein äußerst gesundes Frühstück im Supermarkt zu erwerben…ja, Eier mit Senf waren wieder am Start. Nicht nur Sänger Jan, der nun spürbar heiser ist, geht es mittlerweile allenfalls schwer durchwachsen. In Nürnberg haben wir ein Mal mehr richtig Spaß mit der Wegbeschreibung. Die Momente, in denen man in einer völlig fremden Stadt komplett den Überblick verliert, um dann festzustellen, am ganz falschen Ende der Stadt zu sein, sind immer wieder die Schönsten! Nach der Gratis-Stadtrundfahrt erreichen wir den Z-Bau in Nürnberg, in dem der heutige Gig ansteht. Leider wird der Laden gerade renoviert und umgebaut, wofür man bei geschätzten Minus 15 Grad Außentemperatur hier und da (zum Glück auch auf den Toiletten) ein Fenster ausgebaut hat, um es irgendwann einmal zu ersetzen. Die „leichte“ Zugluft im Club an diesem Nachmittag fördert unseren Gesundheitszustand außerordentlich. Dazu verschwitzt der Veranstalter das Catering, so dass wir uns in einem Gasthof fette Schnitzel reinpfeifen. Hauptsache keine Nudeln! Als wir nach Footluse (www.footluse.com) auf die Bühne gehen, haben sich heute zumindest rund 50 Gäste eingefunden, die die Stücke gut aufnehmen. Trotz einiger Handycaps (Deida kann wegen Krankheit keinen Background mehr singen) sind alle mit der Show zufrieden. Dann gibt´s mal wieder fett was vor’s Fressbrett von Koroded. Tja, schon erstaunlich, dass man 500 km von Köln entfernt sein muss, um solche Sympathen kennen zu lernen, die eigentlich direkt um die Ecke wohnen. Nach der Show geht´s in die Karaokebar von Ski, einem äußerst netten, bis Unterkant Oberlippe zutätowiertem Elvis-Immitator, bei dem wir die Nacht verbringen sollen. Nach diversen Karaoke-Höchstleistungen macht Ski (http://www.ski-king.de) „schon“ um 3.30 h seinen Laden zu und nimmt uns mit in seine Bude. Dort bekommen wir erstmal einen Anblick geboten, wie man ihn sonst nur im Discovery Channel sieht: Die Ganze Bude ist ein einziger Privatzoo, jede Wand mit Terrarien verkleidet. Diese beherbergen neben den sterblichen Überresten diverser Mäuse und Ratten, dutzende Schlangen, Skorpione, Riesentausendfüssler und Spinnen. Geknackt wird auf Couches, über dem Kopf ein Terrarium mit Vogelspinnen und Taranteln…was gibt es Schöneres? [ mittwoch 23.02. // wien // arena ] Am frühen Mittag jetten wir Richtung Wien. Fast alle sind mittlerweile schwerstens erkältet und beißen die Zähne zusammen. Jans Stimme kann man wohlwollend als ordentlich angeschlagen bezeichnen. Für den ersten Aufwacher des Tages sorgt eine Kontrolle der Zollpolizei, die Carsten und Sebi an einer Raststätte vor Passau nach dem Pinkeln auf der Suche nach Drogen „freundlich“ auseinander nimmt. Zum Glück haben die Jungs keinen Bock, den Bus auszuräumen und lassen uns weiterfahren. Gute Arbeit, Jungs! Nach erneutem Spaß mit unzureichenden Wegbeschreibungen kommen wir in der Arena in Wien an, einem geilen Club mit großer Bühne und 500er Kapazität, in der wir heute vor Cult of Luna (www.cultofluna.com) und der Hardcore-Legende Bleeding Through (www.bleedingthrough.com) eröffnen dürfen. Zu unserer Freude werden wir wie die Top-Acts mit erlesenem Catering (sprich eigenem Koch und einer Auswahl verschiedener Menues) verwöhnt, müssen aber bereits um 20.30 h auf die Bühne, als die meisten Zuschauer noch auf die Leibesvisitation im Eingangsbereich warten. Dennoch haben sich schon viele Zuschauer eingefunden, die unserem kurzen und knackigen 30-Minuten-Set interessiert lauschen. Nach den folgenden Cult of Luna gehen Bleeding Through auf die Bühne, nachdem sie ihre Muskeln Backstage auf extra importierten Liegestütz-Vorrichtungen aufgepumpt haben…das Auge rockt ja bekanntlich mit. Noch nie haben wir eine PA derart an der Belastungsgrenze und eine Keyboarderin derart überflüssig, weil nicht hörbar, gesehen und freuen uns über einen eigens Circle of Grin gewidmeten Song der Stars…nette Jungs! Im Anschluss fallen wir alle in die richtig guten Hotelbetten und bekommen das erste Mal auf der Tour 8 Stunden Schlaf…ein Paradies! [ donnerstag 24.02. // augsburg // kantine ] Nach üppigem Frühstück im Hotel sind wir wieder on the road Richtung Augsburg, wo wir heute mit zwei lokalen Supports an den Start gehen. Der Club, die Kantine, ist urgemütlich und das Catering im externen Restaurant ausgezeichnet. Nach den Bands QED und den mit fettem Nu-Metal überzeugenden dRaft (www.draft-music.de) knallen wir den 50 Anwesenden ein fettes Set vor die Brille, das gut aufgenommen wird. Jan ist nach der Show mittlerweile stimmlich am Ende und schwerstens heiser. Während mit Sebi, André und Werner die eine Hälfte der Belegschaft mit einem Kollegen der Augsburger Band S-Punch (www.s-punch.com) noch ordentlich feiern geht, dann aber das unvergessliche Schlaferlebnis „Penntüte auf Laminat“ bekommt, knickt der stärker von Krankheit geplagte Rest in der anderen Privatunterkunft auf bequemen Matratzen gepflegt ab, um irgendwie wieder auf die Beine zu kommen. [ freitag 25.02. // vaihingen // abseits ] Bei Jan geht heute Morgen kaum noch was: Stimme stark angeschlagen, Schnupfen royal und Halsschmerzen als Bonus…beschissener kann ein Tag nicht beginnen! Als erstes wird daher ein örtlicher HNO-Arzt aufgesucht, der ungute Nachrichten hat. Er diagnostiziert Jan eine akute Stimmbandentzündung infolge der grippalen Virusinfektion. Der gute Mann rät uns dringend, kein einziges Konzert mehr zu spielen. Nach kurzem Kriegsrat beschließen wir, dennoch nach Vaihingen in der Nähe von Stuttgart zu fahren, die Zähne zusammen zu beißen und es noch einmal zu versuchen. In Vaihingen erwartet uns mit dem Abseits ein schnuckeliger kleiner Club mit freundlichsten Veranstaltern. Während Jan versucht, mit einem Medikamentencocktail, Schlaf und Inhalationen (medizinische!) wieder an Stimme zu gewinnen, genießt der Rest der Band den Kickertisch und eine weitere Scheeballschlacht in vollen Zügen. Nach den lokalen Bands Out of Season (www.outofseason.de) und Long Jones (www.longjones.de) fegen wir vor überschaubarem Publikum über die Bühne. Jan, der kaum noch reden kann, geht dabei wirklich an die Grenze des Zumutbaren und liefert trotz der Widrigkeiten einen extrem fetten Gig ab. Auch hier wurden wir von Elmar und Natascha unterstützt, die bereits mit uns knappe 3000 km absolviert haben. Während Jan danach verdient schlafend zusammenbricht, genießt der Rest noch diverse süddeutsche Bierspezialitäten mit den wunderbaren Veranstaltern, bevor sich jeder mit Schlafsack auf eine Couch zurückzieht. [ samstag 26.02. // ende. aus. mickeymaus! ] Direkt am morgen wird klar: Bei Jan geht beim besten Willen gesanglich wie sprachlich gar nichts mehr. Auf dem Rückweg nach Köln wird schweren Herzens der abendliche Gig in Solingen abgesagt. Am Spätnachmittag erreichen wir Köln, wo wir hoffen, Jan in der Notaufnahme der HNO-Abteilung des Krankenhauses wieder fit gespritzt zu bekommen, so dass wir morgen in Berlin rocken können. Die Diagnose des Facharztes trifft uns wie einen Schlag: Nach wie vor hat Jan eine akute, jetzt noch sehr schwere Stimmbandentzündung mit Knotenbildung an den Stimmbändern – so genannten Sängerknoten („Jaja, Her Müller, der R. Kelly hatte das neulich auch, der musste auch absagen!“ – „Echt?“ – „Ja.“ – „Toll.“). Der Arzt gibt Jan die dunkelrote Karte, stellt bei weiterem Stimmeinsatz bleibende Schäden in Aussicht und verordnet 14 Tage absolute Pause. Ende. Aus. Breakdown - nach der Hälfte der Tour aufgeben zu müssen, ist der denkbar härteste Schlag, der uns mental erstmal ein 12-stöckiges Hochhaus hinunterfallen lässt. Mittlerweile haben wir uns erholt und da als Nachholzeitraum für die Tour 10 Tage vom 6. bis 15.Mai feststehen, sieht das Ganze doch wieder anders aus. Dann geht´s wieder los, diesmal hoffentlich ohne Virusattacken… Für diese Tour danken wir aber schon mal unseren fantastischen Bookern Andréa von Eat The Beat (www.eatthebeat.de) und Allen von Go Down Believing (www.godownbelieving.com), sowie unserem weltbesten Mischer Werner.

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