Im Jahre 2004 gegründet, Demoveröffentlichung im Jahre 2005 und anschließendem Besetzungs- und Stilwechseldramas ist die saarländische Formation ChroMoPiLa 2008 wieder bei den Ursprüngen angelangt und kann voller Stolz der Veröffentlichung der Debüt-CD „Pornöse Töne“ entgegensehen.
Was kann man von einer Band erwarten, deren Bandname man als Abkürzung für „Chronische MorgenPissLatte“ interpretieren kann und auch – so glaube ich – soll und die sich neben dem aufreizenden Albumtitel Songtitel wie beispielsweise „Präsident der Welt“, „Polizei“ und „Klopapier“ aus dem Kreuz leiern? Richtig, hier steht eine dicke Portion Punk auf dem Abfahrtplan. Die Truppe allerdings auf ein Drei - Akkord – Geschrammel zu reduzieren, wird dem Quartett keinesfalls gerecht, denn neben den punkigen Elementen spielt auch (Deutsch) Rock’n’Roll eine wesentliche Rolle im Songwriting von ChroMoPiLa. Aus diesen Elementen kreieren die Jungs ganz geschmeidig flotte Nummern in Serie, die sofort zum Abzappeln einladen, und garnieren das Ganze noch mit griffigen Texten, die mal die ganz normalen bis krassen Alltagsdramen aufgreifen und für jeden nachvollziehbare (weil vielleicht auch selbst schon erlebte) Geschichten erzählen, die aber auch oftmals mit mehr als nur einem Augenzwinkern den Hörer zum Schmunzeln einladen, wobei gerade der Titel „Klopapier“ eine gute Mischung aus beidem darstellt. Reinhörtipps wären in meinen Augen vor allem „Eric’s Nacht“ (thematisch vielleicht ein wenig zu abgegriffen, aber dennoch gut umgesetzt), „Präsident der Welt“ (erinnert mich stark an einen coolen Joint Venture Titel), „Klopapier“ (das kann man ruhig mal ansprechen, das geht uns alle an) und der Auskehrer „Deine heile Welt“ (erneut mit netten Joint Venture Parallelen).
Fazit: ChroMoPiLa legen mit „Pornöse Töne“ ein wirklich cooles Debüt vor, das zwar vom Sound her in meinen Ohren noch etwas mehr Druck auf der Brust brauchen könnte, an dem es aber ansonsten nichts zu kritteln gibt. Zehn Songs, die mich kurzweilig unterhalten haben, und die gleichzeitig zehn gute Gründe darstellen, mal wieder den Underground zu unterstützen. Zu kaufen gibt’s das Teil momentan schon über die Homepage der Jungs und in Kürze auch über die meisten der einschlägig bekannten Warenhäuser im Internet.
Homepage ChroMoPiLa