Wer einen ersten Blick auf die Titelliste von „Pure & Live“, dem neuen Werk der Singer / Songwriterin Christina Lux wirft, der wird möglicherweise einige bereits vertraute Songnamen entdecken, und der Verdacht drängt sich auf, dass es sich hier um eine Art Best of / Live Album handeln könnte.
Wer sich ein bisschen besser mit den Werken der Kasselerin auskennt, dem wird auffallen, dass sich noch dazu gut 95% der Titel aus dem 2006er Werk „Coming Home At Last“ rekrutieren und spätestens an dieser Stelle stutzen. Die Erklärung hierfür ist aber dann schnell gefunden, wenn man sich vorliegendes Album einmal genauer anhört und eben erwähntes Werk vielleicht noch parallel dazu in den Ohren hat. Hier handelt es sich nämlich keineswegs um eine Neuauflage unter anderem Titel. Auf „Pure & Live“ präsentiert Christina Lux die Songs, die auf „Coming Home At Last“ für eine komplette Band arrangiert waren, in einer Art reduzierter Form. Alle Titel kommen roh und minimalistisch nur von ihrer Gitarre und ihrem Gesang getragen daher und bieten so viel Raum für Improvisationen, die zu den Stärken der Künstlerin gehören. Wer schon einmal das Vergnügen hatte, Frau Lux live auf einer Bühne bewundern zu dürfen, wird dies an dieser Stelle nur bestätigen können. Über alles kommen die Lieder auf diese Art ungeschliffener aber auch kraftvoller daher und verändern dadurch vereinzelt auch das vom 2006er Album bekannte Feeling, was „Pure & Live“ im Quervergleich zu einem wirklich spannenden Album macht.
Fazit: Es ist natürlich immer irgendwo ein Risiko, einmal veröffentlichtes Material in irgendeiner Form ‚wieder zu verwerten’, denn einige Fans werden sich möglicherweise in ihren Erwartungen an ‚neues’ Material enttäuscht sehen. Für „Pure & Live“ bedeutet dies, dass man sich schon überlegen muss, ob man quasi noch einmal Geld für bereits bekannte Titel ausgeben mag, meiner Meinung nach aber dürfte diese Platte dennoch eine lohnende Anschaffung sein, denn wie bereits erwähnt sind die Songstrukturen zwar einerseits in groben Zügen bekannt, aber in den Feinheiten, vom Groove und vom versprühten Feeling her sind deutliche Unterschiede wahrnehmbar. Mir jedenfalls gefällt es und ich werde die beiden Platten künftig häufiger im Wechsel hören – je nach Stimmung halt.
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