Jau, das ist es. So etwas old schooliges wird es bei Metallica nie mehr geben, bei Anthrax auch nicht und bei Flotsam & Jetsam schon mal gar nicht! Da vertragen sich Brasiliens Finest im Laufe des letzten Jahres mal eben so nach mehreren Jahren des Familienzwistes und ein paar Monate später rocken die zwei Favela-Fetischisten, als wären seit 1991 erst 17 Monate anstatt knapp 17 Jahre vergangen.
Von Beginn an werden die grandiosen Thrash-Elemente von Arise mit den groovigen Einflüssen von Chaos A.D. perfekt legiert und mit einem winzigen Schuß Soulfly („Dark ark“) angereichert. Eigentlich genau das Album, welches Fans und Fachleute nach Chaos A.D. erwartet hätten, letztendlich aber durch die geringe Hitdichte und experimentellen Übertriebenheit Roots’ enttäuscht wurden. Schon mit dem Eröffnungs-Triple wird klar, wo der Hase durch den Urwald rast und mächtig Arsch getreten. „Inflikted“, „Sanctuary“ und vor allem „Terrorize“ überzeugen, als eingängige Thrash-Granaten; mal geschwind im „Arise“-Stil, mal rhythmisch wie seinerzeit „Slave new world“. „Ultra violent“ verarbeitet schleppendes Morbid Angel-Riffing, „Hex“ fällt wie ehemals „Policia“ reihenweise Bäume am Amazonas, Hearts of Darkness“ wird sich fix zum Tanzflächenfeger mit eingebautem Moshpit mausern und bei „Must kill“ kommen Reminiszenzen an „Territory“, nicht nur wegen des sich ständig wiederholenden Chorus’, auf. Lustig finde ich „The doom of all fires“, welches vom Titel ebenso wie von der Aussprache an „The roof ist on fire“ erinnert;-)
Dieses fett produzierte Album lebt von Max’ens unverwechselbar schön aggressiver Stimme, einem 1a-Drumming und mächtigen Riffs, welche Sepultura seit dem Weggang von Max nie mehr hingekriegt haben! Hinzu gesellen sich ein paar feine Melodien und filigrane Sologitarren, die wieder einmal beweisen, never Change a winning team! Die einzigen wahren Sepultura sind und bleiben die Cavalera Brüder und deshalb hagelt es 11 redlich verdiente Punkte sowie eine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Für mich ist dieses Album, zusammen mit Slayer’s Christ illusion und der aktuellen Pardox Megascheibe "Electrify" eine Hommage an den Anfang-`90er-Thrash. Hoch lebe die Cavalera-Verschwörung!
Rezensionen > Musik
Cavalera Conspiracy: Inflikted TIPP
(Roadrunner)
Autor: R@Z€ / Wertung: 11.0 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine
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