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Cassandra Steen: Darum Leben Wir
(Universal)


Autor: schlimm / Wertung: 6,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Das neue Album von Cassandra Steen „Darum Leben Wir“ wird ihre Fans ganz sicher wieder begeistern. Fast zweieinhalb Jahre zog sich die ganze Geschichte hin. Die ersten Sessions verliefen wohl nicht ganz so gut, wie man es sich erhofft hatte. Vieles wurde anscheinend wieder über Bord geworfen und neue Richtungen und Wege verfolgt. Ihr war wichtig, wie sie selber sagt, dass ihre Solosachen ganz klar von Glashaus zu trennen sind und man den Unterschied auch deutlich hört.

Cassandra Steen hat es auf jeden Fall geschafft, dass das Werk einen roten Faden hat. Nachdenklich und melancholisch ist der gemeinsame Nenner – von allen zwölf Songs. Auch, wenn die Instrumentals hier und da etwas schneller sind, ist die Grundstimmung doch von einer gewissen Traurigkeit durchzogen. Wer extreme Partymusik sucht, der ist sicher bei anderen Scheiben besser aufgehoben. Nein, das vorliegende Album ist eher für die stillen Momente im Leben da. Zuhören und in die Musik und Texte eintauchen muss man unweigerlich, sonst ziehen die einzelnen Tracks an einem vorbei.

Die Single „Darum Leben Wir“ dürfte mittlerweile ja hinlänglich bekannt sein. Dominiert wird die Nummer von einem prägnanten Rhythmus und dieser schönen Stimme mit Souleinschlag. Das Duett mit Xavier Naidoo „Lass Mich Nicht Hier“ vereinigt die beiden gesanglichen Ausnahmetalente, die sich perfekt ergänzen. Den dominanten Part übernimmt allerdings Xavier. Danach folgt der vielleicht beste Song des Albums. Stimme und musikalische Umsetzung bilden bei „Eis“ eine – man muss es so sagen – wunderschöne Einheit. Besonders die Stimme von Cassandra berührt. Böse Zungen werden zwar behaupten, dass dies erstaunlich nahe am Schlager wäre – stimmt! Aber in diesem Fall ist das überhaupt nicht negativ zu verstehen, man kann sich auch einfach von dieser wundervollen Umsetzung treiben lassen.

„Glaub Ihnen Kein Wort“ kommt zunächst in akustischem Gewand daher. Die soulige Stimme steht erneut eindeutig im Vordergrund. Im weiteren Verlauf steigert sich der Song allerdings und nimmt etwas an Fahrt auf. „Unendlich“ und „Es Ist Wahr“ sind einzeln betrachtet sicher ganz nett, allerdings unterscheiden sich diese nur marginal von den bisherigen Songs, was die Geschichte dann etwas langatmig macht. Zuhören ist da die Zauberformel.

Das Duett „Stadt“ mit Adel Tawil ist danach der ersehnte Ausbruch aus dem Korsett. Wieder etwas beatlastiger ist das Stück geworden. Zudem scheinen sich hier zwei Stimmen gesucht und gefunden zu haben. „Funken“ ist etwas dick aufgetragen und ein bisschen rührselig. In der richtigen Situation wird einem der Song – besonders in textlicher Hinsicht – die Tränen in die Augen treiben. „Rette Mich“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, bevor es mit dem akustischen „Fallen Nach Oben“ eine kleine Perle auf der Zielgeraden gibt. „Engel“ entlässt den Zuhörer dann mit einem positiven Gefühl. Der Scheibe liegt dann noch eine reduzierte Version der Single bei und in diesem Gewand gefällt der Songs sogar besser.

www.cassandra-steen.de

 

 

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