Im Captain’s Club finden sich nicht immer nur gestandene Seeleute ein sondern manchmal auch gestandenen Musiker. In vorliegendem Falle mehr als gestandene deutsche Musiker, die mal so richtig ihre Nase in die salzige Seeluft gehalten haben und unter der musikalischen Federführung von Kapitän Franz Plasa traditionelle Seemannslieder ins Mikro schmettern.
Klingt spannend? Ist es auch überwiegend, denn ein Shanty-Chor bestehend aus Musikern wie Laith Al-Deen, Nena, Kim Frank, Max Mutzke, Paulsrekorder, Diane Weigmann, El*ke, Keimzeit und Co der Songs wie „Seemann lass das Träumen“, „Leuchtturm“, „Hamborger Veermaster“, „Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern“ etc. in modernen Interpretationen anbietet verspricht nun einmal definitiv Spannung und einiges an Überraschungen. Im Gesamtbild kommen die Neueinspielungen auch in der Tat wirklich cool rüber, vor allem bei den Interpreten, die den Titeln ihren jeweils typischen Stil und ihre charakteristische Note aufgedrückt haben. Allerdings befinden sich in meinen Ohren auch komplette Totalausfälle auf dieser Compilation und – so leid es mir tut – für mich sind diese Ausfälle ausgerechnet bei den Flaggschiffen dieser Flotte zu verzeichnen, denn was Max Mutzke mit „Schön war die Zeit“ und auch Nena mit ihrer Version von „Seemann, lass das Träumen“ hier ins Mikro lullern, das ließe einen Seemann auch bei Orkan in einer Nussschale mitten auf dem Meer vor Langeweile einpennen oder gar sterben.
Fazit: Der Captain’s Club ist zumindest in meinen Ohren bis auf erwähnte Gähnattacken ein durchaus gelungenes Projekt, das für Abwechslung und Kurzweil im heimischen Player sorgen kann, wenn man sich auf Seemannslieder einlassen mag. Für Freunde guten Seemannsgarns gibt es „Bis ans Ende der Welt“ auch noch als limitierte Doppel-CD, auf der sich neben der Mucke an sich noch eine zweite CD befindet, auf der Jan Plewka Auszüge aus Stefan Krücken’s Roman „Sturmkap“ liest, was man als gelungenen Appetizer bezeichnen kann.