Die Calaveras sind sieben junge Musiker aus Chemnitz, die einem auf ihrem Debüt elfmal das Lied vom Tod spielen. Angelehnt an die große Zeit des Italo Western, als Männer wie David Beckham für ihre meterosexuelle Art geteert und gefedert worden wären, schreibt man Western Musik sowohl für Abende am Lagerfeuer mit Bohnen und Speck als sehnsuchtsvolle Fahrten über nächtliche Landstraßen, die nie enden wollen. Seufz!
Beladen mit Gitarre, Bass, Schlagzeug, Trompete und Cello, gesegnet mit einem passenden Pfeifen an der richtigen Stelle spült man dem Hörer eine jazzige Western Variante von Nick Cave um die Ohren, die an einigen Stellen - gerade wegen des Organs von Sänger Sebastian - auch schon mal nach Chris Rea klingt. Und ich darf es kaum sagen, den finde ich sogar recht gut.
Erwarten darf man allerdings nicht, dass die sieben Herren zur fröhlichen Country Party einladen. Die Cavaleras sind kein Tambourchor, sondern die Tenhi des Americana. Düster, sehnsüchtig, nach Moschus und Schweiß riechend. Da kann Mann noch träumen, wenn er abends das Geschirr spült und anschließend die Kinder ins Bett bringt.