Wie? Die Caesars kennen Sie nicht? Doch, doch. Ganz bestimmt sogar. „Jerk It Out“ sollte hierzulande fast jedem von 8 bis 88 Jahren ein Begriff sein, zumindest wenn man ab und an mal die Flimmerkiste anhat oder besser gesagt anhatte. Die Nummer wurde für eine bekannte Werbekampagne ja rauf und runtergedudelt. Eigentlich waren somit alle Voraussetzungen und der Weg für eine erfolgreiche Karriere geebnet. „39 Minutes of a Bliss“ und „Paper Tigers“ waren auch beileibe keine schlechten Alben. Einen etwas bitteren Nachgeschmack ließ allerdings die Ausschlachtung von „Jerk It Out“ zurück, da der Song auf beiden Werken zu finden war. Danach wurde es ruhig um die Schweden.
Nun melden sie sich direkt mit einer Doppel-CD zurück. „Strawberry Weed“ hat direkt 24 Tracks zu bieten. Anscheinend konnte sich die Band nicht auf eine Songauswahl einigen. Das hätten sie aber besser getan. Die Masse an Songs erschlägt einen nämlich förmlich. Wohlgemerkt die Masse an Füllern und Durchschnittsware – freundlich ausgedrückt. Die handvoll wirklich gelungene Nummern gehen so komplett unter. Handwerklich ist dies ohne Zweifel alles gut gemacht. Insgesamt wäre hier weniger eindeutig mehr gewesen. Natürlich haben auch die vorliegenden Songs wieder jede Menge der Zutaten zu bieten, weswegen man die Caesars in der Vergangenheit so in das Herz geschlossen hat. Die Schweden lassen die 60er wieder aufleben und so finden sich auch auf „Strawberry Weed“ wieder jede Menge eingängige Refrains im Beach Boys Gewand. Hin und wieder gesellt sich eine psychedelische Orgel hinzu und natürlich darf auch die ein oder andere Gitarre aus der Garage nicht fehlen.
Fazit: Retro-Fans können gerne mal ein Ohr riskieren und „Strawberry Weed“ antesten. Unter den 24 Tracks wird unter Garantie die ein oder andere Nummer dabei sein, die zu gefallen weiß. Schade, dass eine Qualitätskontrolle nicht stattgefunden hat, denn auf normale Albumlänge komprimiert hätte die Geschichte hier noch weitaus besser werden können.