“Tunnel of Love” ist das letzte Album in den 80ern von Bruce Springsteen. Manche reden hier von einem verzichtbaren Werk, wieder andere sprechen von einer sträflich unterschätzten Scheibe. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte. Ganz tief drin im Herzen ist „Tunnel of Love“ ein sehr ruhig angelegtes Album. Ein Novum auch, dass hier die E-Street Band nie komplett zu hören ist. Mit einzelnen Mitgliedern hat Springsteen zum Teil die Songs aufgenommen, manchmal auch direkt alleine.
Springsteen musste privat gerade einige Scherben zusammenfegen und so hört sich auch „Tunnel of Love“ zum Teil sehr zerrissen an. Trotzdem wollen auch hier wieder jede Menge Springsteen Songs entdeckt werden, die auch eine Menge Aufmerksamkeit verdient haben. Gerade die ganz ruhigen Momente, die zum Teil an das Album „Nebraska“ erinnern, überzeugen hier. Textlich ist „Tunnel of Love“ ein sehr persönliches Album, was allerdings hier und da auch das ein oder andere Klischee zu bieten hat. Musikalisch herausragend dürften Nummern wie „Thougher Than The Rest“ oder „Ain´t Got You“ sein. Auch der Titelsong kann überzeugen, besonders textlich, ist aber auch ein Relikt an sein Entstehungsjahrzehnt.
Nach dem Megaerfolg von „Born In The U.S.A.“ war „Tunnel of Love“ allerdings auch ein Risiko. Springsteen hätte ja auch einfach auf Nummer sicher gehen können und ein paar weitere Hymnen aus dem Ärmel schütteln können – hat er aber nicht. Von daher verdient das Album sowieso einen respektvollen Umgang! Insgesamt aber sicher eine Scheibe mit Licht und Schatten, die einen suchenden Springsteen zeigt.
Die Aufmachung der Japan Edition ist ein weiteres Mal sehr schön umgesetzt und ein ebensolcher Augenschmaus wie die sechzehn weiteren Vinyl-Replikas. Diese liebevolle Aufmachung ist nicht nur für Fans geeignet!
Fazit: „Tunnel of Love“ muss man sicher nicht unbedingt im Regal stehen haben, aber für Neueinsteiger, die etwas tiefer in den Kosmos Bruce Springsteen einsteigen wollen, ist gerade die Japan Edition eine mehr als lohnenswerte Anschaffung!
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