“The River” makierte für Bruce Springsteen nicht unbedingt eine große Wendung, doch aber ist das Album in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderes im Backkatalog des Bosses. Aufgenommen wurde die Scheibe ab April 79. Für die damalige Zeit zog sich die ganze Geschichte doch recht lange hin und fertig wurde das Album erst im August 80. Die eigentlichen Aufnahmen fanden allerdings auch erst ab Mitte 80 in den Power Station Studios statt. Ein Grund dafür war sicher die Fülle an Material, die Springsteen und seine E-Street Mitstreiter erarbeitet hatten. Und hier ergibt sich dann die erste Besonderheit von „The River“ – es handelt sich nämlich um ein Doppelalbum.
Gibt es eigentlich durchgängig gute Doppelalben? Selten! Auch „The River“ ist jetzt nicht von Beginn bis Ende ein Meisterwerk – sofern man jeden Song für sich alleine beurteilt. In der Summe gesehen hat die Scheibe allerdings schon einiges zu bieten und nicht wenige Songs daraus sind heute Klassiker, von Springsteen sowieso, aber auch der Rockgeschichte.
Man hört „The River“ auch eine deutliche Entwicklung von Springsteen an. Man könnte auch sagen, dass der Mann auf diesem Album erstmals erwachsen klingt. Selbstverständlich sind die Songs zum Teil immer noch ungestüm, aber doch schon strukturierter als auf den Vorgängern und auch textlich ist eine deutliche Entwicklung festzustellen. Aus dem Teenager ist ein erwachsener Mann geworden.
Schon die erste Scheibe hat ein paar Springsteen-Großtaten zu bieten. „Hungry Heart“ ist zwar total totgenudelt, kennt aber trotzdem jedes Kind, auch dank diverser Coverversionen. „Two Hearts“ und „You Can Look (But You Better Not Touch)” beides nette Nummern, aber der alles überstrahlende Song dürfte zweifelsohne “The River” sein. Dieses Manifest, dieses Kleinod ist auch heute noch einer der besten Tracks, die Springsteen je zu Papier gebracht hat. Ein Song mit einer eingebauten Gänsehautgarantie. Selbstverständlich hat auch CD2 ein paar kräftige Argumente, die ein Doppelalbum rechtfertigen. Angefangen bei dem melancholischen „Point Blank“ über den Stampfer „I´m a Rocker“ bis zum weiteren Klassiker „Drive All Night“.
Auch diese Veröffentlichung ist von der Aufmachung absolut topp! Wenn man es nicht besser wüsste, dann könnte man denken, man hätte nicht ein Vinyl-Replika in der Hand, sondern die original Vinylscheibe. Lediglich die Größe gibt ein Hinweis darauf, dass es sich hier um eine Nachbildung handelt. Insgesamt mit sehr viel Liebe zum Detail in der bewährten Japan Edition wieder neu aufgelegt.
Fazit: Wer „The River“ bisher noch nicht im Regal stehen hat, der wird nun kein Argument mehr dagegen haben. Die Platte gehört in jede vernünftige Musiksammlung und ist zudem in dieser Aufmachung noch ein Augenschmaus!
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