Jetzt heißt es für Springsteen Fans aber ganz eisern sparen. Sony legt nämlich nun gleich 12 Alben vom Boss als Japan Editionen auf. Sammler werden sicher schon ganz unruhig mit den Füssen scharren, denn meist sind diese CDs im Mini Vinyl-Look nur als Import zu bekommen und auch dementsprechend teuer. Auch, wenn das Internet den Markt da inzwischen etwas beruhigt hat, ist es doch schön, dass diese Teile nun auch bei uns in den Läden stehen werden. Eile ist allerdings geboten, denn die Vinyl-Replikas wird es nur bis Ende des Jahres im Handel geben.
Über Bruce Springsteen muss man sicher nicht mehr viel schreiben. Egal ob man den Mann und seine Musik nun mag oder nicht, der Name dürfte so ziemlich jedem von 8 Jahren aufwärts an geläufig sein. Seine Konzerte sind sowieso legendär und seine E Street Band gilt als einer der besten Livebands auf diesem Planeten. Aber auch ein Bruce Springsteen war mal jung und seine Karriere stand noch am Anfang. Willkommen zu „Greetings From Ashbury Park N.J.“!
Die Scheibe wurde im Juli 72 aufgenommen und erschien im Januar 73 zunächst in ganz kleiner Auflage. Für heutige Verhältnisse gab es in der Erstpressung nur unglaubliche 5.000 Exemplare! Es wurden dann von CBS noch mal schnell 15.000 Alben nachgeschoben, so dass es zunächst 20.000 Scheiben gab. Ein Witz und die Auflage dürfte mittlerweile dann doch etwas höher liegen. Die Entstehungsgeschichte des Albums stand sowieso unter keinem guten Stern. Der Manager von Springsteen wollte eigentlich ein Folk-Album haben und die Plattenfirma zeigte sich auch wenig begeistert und Springsteen musste das eigentlich fertige Werk überarbeiten.
Musikalisch ist „Greetings From Ashbury Park N.J.” eine spannende Angelegenheit, kann man doch quasi die Geburt von einem der größten Künstler der Rockwelt beiwohnen. Ungestüm, rau, roh, bisweilen etwas übermotiviert, aber mit viel Charme stürmt der junge Boss durch sein Debütalbum. Hits wie „Spirits In The Night“, „Blinded By The Light“ und „For You“ verhalfen später nicht nur Manfred Mann einen großen Sprung auf der Karriereleiter nach oben. Trotz aller jugendlicher Rohheit gibt es auch hier schon den nachdenklichen und ruhigen Springsteen zu bewundern. „The Angel“ oder „Mary Queen of Arkansas“ sind Vorboten von dem, was noch im Verlaufe dieser langen Karriere folgen sollte. Insgesamt ist die Scheibe schon ein erstklassiges Debüt, auch wenn die Produktion nicht immer gelungen ist.
Was bei dieser Veröffentlichung aber ebenso wichtig wie die Musik sein dürfte, ist die Aufmachung. Hier macht jedes Sammlerherz einen großen Freudenhüpfer. Die wiederverschließbare Zellophan-Tasche hält das CD-Abum im Mini-Vinyl Look bereit. Die Postkarte ist endlich wieder vorhanden und aufklappbar. Das Innenleben besteht aus dem Original-Vinylschuber. Des Weiteren ist ein Textheft auf japanisch und englisch beigelegt. Der „Obi-Strip“ rundet die Geschichte kongenial ab.
Fazit: Musikalisch ist dieses Erstlingswerk äußerst spannend und zeigt einen jungen Springsteen, der damals schon eine Menge zu sagen hatte – auch wenn noch lange nicht alles Gold ist, was glänzt. Die Aufmachung ist absolut erstklassig und ein Sinnesschmaus!
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