Mit Britta Persson drängt nun eine weitere Schwedin abseits des Indierock in den Pop-Olymp. Dass diese Breitengrade eben nicht nur laute Bands zum Vorschein bringt, weiß man ja nun schon länger. Trotzdem ist die junge Schwedin noch eine Spur ungewöhnlicher. "Top Quality Bones And A Little Terrorist" war ein beeindruckendes Debütalbum, welches Melancholie und Traurigkeit mit einem Schuss Hoffnung vertonte.
Daran knüpft nun auch "Kill Hollywood Me" an. Im Grunde ist alles wie gehabt. In Nuancen hat Britta Persson ihre musikalischen Visionen weitergesponnen. Die Instrumentierung ist eher dezent geraten. Akustikgitarren und sanfte Pianoklänge beherrschen das Klangbild. Hin und wieder gesellen sich Schrammelrock und seltsame Friemel-Klänge dazu und fertig ist ein weiteres Album mit wundervollen Songs. Man muss sich allerdings darauf einlassen können und einfach die Lust verspüren in die Welt von Britta Persson einzutauchen, denn sonst rauscht das Album an einem vorbei, ohne dass sonderlich viel hängen bleibt. Nein, man kann "Kill Hollywood Me" nicht einfach nur nebenbei hören. Hier ist die volle Aufmerksamkeit des Zuhörers gefragt. Die Scheibe will regelrecht erarbeitet werden. Hin und wieder wird man auf eine harte Geduldsprobe gestellt, doch wenn man den Schlüssel gefunden hat, dann wird man umso reichhaltiger belohnt werden. Britta Persson drängt sich ja auch nicht mit großem Brimborium auf, sondern vielmehr sind es die leisen Töne, die hier einen ganz besonderen Charme verbreiten. Trotzdem hat man dies auch schon alles bei Tori Amos, PJ Harvey und der wundervollen Anna Ternheim in ähnlicher Art und Weise gehört und das zum Teil besser.
Fazit: "Kill Hollywood Me" macht da weiter, wo Britta Persson musikalisch auf "Top Quality Bones And A Little Terrorist" aufgehört hat. Sie biedert sich nicht direkt an, sondern kommt eher immer noch durch die Hintertür. Wenn sich dem Zuhörer diese Tür dann erstmal offenbart hat, dann wird sich ein Werk voller Schönheit entfalten, aber auch wirklich nur dann.